Aufstellung der Fernmeldetruppenschule

Gemäß Bundesministerium für Landesverteidigung vom 9. November 1957, erfolgte die Umgliederung des Arbeitsstabes Tel und mit Wirkung vom 1. November 1957 die Aufstellung der Tel(egraphen)-Truppenschule in der Franz-Ferdinand-Kaserne, Wien X, Gußriegelstrasse 45, Block C.
Die Truppenschule unterstand personell, organisations- und ausbildungsmäßig, im Wege des Telinspektors, unmittelbar dem Bundesministerium für Landesverteidigung.
Die Aufgaben der Telegraphen-Truppenschule wurden wie folgt festgelegt:
- Fachausbildung der für die TelTruppe vorgesehenen Militärakademiker, im Einvernehmen mit dem Kommando der Militärakademie,
- Fachliche Weiterbildung der Offiziere der TelTruppe und der TelTruppenverbände, der Reserveoffiziersanwärter und Reserveoffiziere. Durchführung von Tel-Kursen für die Truppkommandanten und für Offiziere des Generalstabsdienstes,
- Ausbildung von Maturanten in der Einjahrfreiwilligenkompanie zu Reserveoffiziersanwärtern,
- Ausbildung der Zugskommandanten und Gruppenkommandanten der TruppenTelVerbände,
- Ausbildung des Fachpersonals für die Besetzung der ortsfesten Fernmeldeanlagen in Zusammenarbeit mit vorgesetzten Dienstellen,
- Durchführung von Einweisungskursen für die Einschulung an neuen TelGeräten
- Nach Aufstellung der anzugliedernden TelLehr- und Versuchskompanie, Durchführung der Erprobung von TelGerät zur Feststellung der Truppenbrauchbarkeit und der Einsatzmöglichkeiten in Zusammenarbeit mit vorgesetzten Dienstellen. Anlage und Durchführung von Lehrübungen für Ausbildungszwecke und zur Überprüfung und Feststellung von Einsatzgrundsätzen,
- Ausarbeitung von Vorschriften, Merkblättern und Ausbildungsbehelfen für die TelTruppe und TelTruppenVerbände, im Einvernehmen mit der Vorschriftenkommission des Bundesministeriums für Landesverteidigung,
- Auswertung der Fachliteratur, unter Berücksichtigung von Neuerungen, insbesondere auf dem Gebiet des militärischen Fernmeldewesens in Angelegenheiten der Ausbildung, Organisation, Ausrüstung und des Tel-Einsatzes.
Gemäß Schulkommandobefehl Nr. 1/57 bestand das Kaderpersonal der Telegraphen-Truppenschule aus fünf Offizieren, 3 Unteroffizieren und 3 Chargen. Mit der Führung der Schule wurde Major Otto Klein betraut. Im Bereich der Fernmeldetechnikausbildung als Lehrer wurde Hofrat Prof. Dipl. Ing. Julius Zandra verpflichtet.
Die Fernmeldegeräteausstattung bestand aus amerikanischen Geräten, die schon bei der B-Gendarmerie bzw. bei den provisorischen Grenzschutz-Telegraphenabteilungen in Verwendung stand. Hier eine kurze auszugsweise Auflistung:
Funkgeräteausstattung:
- Handfunksprechgerät SCR-536,
- Handfunksprechgerät AN/PRC-6,
- Tornisterfunksprechgerät SCR-300,
- Tornisterfunksprechgerät AN/PRC-8 bis -10,
- Funkgerätesatz SCR-193,
- Funkgerätesatz SCR-193, SCR-399.
Richtverbindungsgeräteausstattung:
- Richtfunkgerätesatz AN/TRC-1,
- Richtfunkgerätesatz AN/TRC-3 und -4 mit TC-21(CF-1),
- Trägerfrequenz-Zwischenverstärker TC-23,
- Trägerfrequenz-Umsetzer TC-33 (CF-4).
Darüberhinaus wurde für die Durchführung von Kursen bei Bedarf Gerät von der Truppe ausgeborgt, wie z.B. Funkgerätesatz SCR-506, SCR-508, SCR-509 etc.
Fernsprech- u. Fernschreibgeräteausstattung:
- Feldtelephon EE-8,
- Telephonverstärker EE-89-A,
- Prüftelephon EE-105,
- Behelfsvermittlung SB-18/GT,
- Fernschreibvermittlungssatz TC-,
- Kabeltrommel DR-4, DR-5, DR-8.
Mess- und Prüfgeräte
- Kabelprüfgerät I-51,
- Leitungsprüfgerät TS-26,
- Fernschreibprüfgerät TS-2,
- Meßsender SCR-211.