Österreichs Bundesheer

7. Jägerbrigade

Die großteils luftbewegliche 7. Jägerbrigade verfügt über das einzige Luftlandebataillon des Bundesheeres (das Jägerbataillon 25 in Klagenfurt), die verlässlichen "Allrounder" in der Steiermark (Jägerbataillon 18 in St. Michael), ein mit Pandur-Radpanzern bewegliches Jägerbataillon in Strass (Jägerbataillon 17), das Pionierbataillon 1 in Villach, das Aufklärungs- und Artilleriebataillon 7 in Feldbach und Fehring sowie das Stabsbataillon 7 für die Versorgung/Logistik in Klagenfurt, Bleiburg und Graz.

Die 7.Jägerbrigade hat den Auftrag, die Einsatzfähigkeit des Kommandos und der ihr unterstellten Verbände sicherzustellen - als präsente Kraft und auch als mobilgemachter Großverband. Außerdem hält die Brigade ständig luftlandefähige Kaderpräsenz-Soldaten für Aufgaben im Rahmen internationaler Einsätze bereit.

Soldaten der 7. Jägerbrigade standen bereits in UNO-Einsätzen in Zypern und auf den Golanhöhen sowie in Albanien, im Kosovo, Afghanistan und in Bosnien. Auch bei den AFDRU-Einsätzen nach der Tsunamikatastrophe in Sri Lanka und bei der Trinkwasserausbereitung in Pakistan nach dem Erdbeben waren ABC-Spezialisten der "Siebenten" im Einsatz.

Der Brigadekommandant

Brigadekommandant Brigadier Thomas StarlingerrBrigadekommandant Brigadier Thomas Starlinger

Brigadier Thomas Starlinger wurde am 27. Jänner 1963 geboren. Nach der Absolvierung der Militärakademie war er als Kompaniekommandant in Linz und Ebelsberg, als Leiter der Öffentlichkeitsarbeit und Hauptlehroffizier für Wehrpolitische Bildung sowie an der Heeresunteroffiziersakademie in Enns tätig.

Nach dem Generalstabslehrgang von 1997 bis 2000 arbeitete Starlinger zunächst beim Militärkommando Kärnten als G3 und anschließend bei der 7. Jägerbrigade als Chef des Stabes. Seit 2003 war er für die Planung militärischer Fähigkeiten im Rahmen der Europäischen Sicherheits- und Verteidigungspolitik im Militärstab der EU sowie in der Europäischen Verteidigungsagentur in Brüssel eingesetzt.

Brigadier Starlinger absolvierte auch mehrere Auslandseinsätze, unter anderem in Syrien, im Iran und in Tadschikistan.

Der Kommandant der 7. Jägerbrigade verlangt von seinem Stab höchsten Einsatz bei der Unterstützung der Verbände und von den ihm Unterstellten großes Engagement in der Umsetzung der Bundesheer-Reform. Die gemeinsame Arbeit ist unter ihm geprägt von Respekt, Vertrauen, gegenseitiger Wertschätzung und Loyalität. All dies wird von der 7. Jägerbrigade treu ihrem Leitspruch gelebt: "Vielseitig und selbstbewusst, gemeinsam zum Erfolg!"

Der Brigadekommandant ist Heereshochalpinist und befehligt zwischen 3.500 Soldaten in der Friedensorganisation und 5.500 Soldaten im Einsatz. Brigadier Starlinger wohnt in Klagenfurt und ist begeisterter Sportler, genießt aber ebenso gerne kulturelle Veranstaltungen von der Klassik bis zu Modernen.

Die Struktur des Brigadekommandos

  • Kommando: Kommandant, stv. Kommandant, Chef des Stabes, Rechtsberater, KTBUO
  • Stabsabteilung 1: Personalwesen
  • Stabsabteilung 2: Militärische Sicherheit
  • Stabsabteilung 3: Ausbildung/Auslandskontakte
  • Stabsabteilung 4: Versorgung
  • Generalstabsabteilung 5: Planungen (Übungen, Auslandseinsätze, Personal, etc.)
  • Stabsabteilung 6: Fernmeldedienst, Informations- und Kommunikationstechnologie
  • Stabsabteilung ÖA&Kommunikation: Public Relations/Medien

Chronik und Tradition

1956-58: Die 7. Jägerbrigade ist Träger einer langen Tradition im Bundesheer der Zweiten Republik. Ihren Ursprung hat sie in der 7. Gebirgsbrigade mit dem Feldjägerbataillon 25 (übergeleitet aus der "provisorischen Grenzschutzabteilung No.5"), dem Jägerbataillon 26 (übergeleitet aus der "provisorischen Grenzschutzabteilung No.6"), der Brigadeartillerieabteilung 7 (1957), dem Pionierbataillon 7 (1958 übergeleitet aus der "provisorischen 3.Kompanie der Grenzschutzabteilung No.1") und unmittelbar geführten Einheiten.

1956: Sitz des Kommandos war die Rudolf-Kaserne in der Mießtalerstraße in Klagenfurt, Oberstleutnant Anton Holzinger wurde mit der Führung betraut. Erster Chef des Stabes wurde im August 1956 Oberstleutnant des höheren Militärdienstes Karl Lütgendorf, der spätere Verteidigungsminister. Vorgesetztes Kommando war das Gruppenkommando II in Graz.

Jeep bei Parade.Die Ausrüstung der Anfangszeit stammte hauptsächlich aus amerikanischen, britischen und alten deutschen Beständen.

Entsprechend der geographischen Lage und dem Auftrag, von dem sich auch der Name ableitete, wählte die 7. Jägerbrigade für ihr Symbol und Abzeichen die gotische Kirche von Heiligenblut, dahinter den Großglockner, auf rot-weiß-rotem Hintergrund, mit dem Jägerhorn der österreichischen Infanterie und darin eingeschlossener 7-für die traditionellen Kärntner Einheiten. Bewaffnung und Ausrüstung stammten hauptsächlich aus amerikanischen, einiges aus britischen und alten deutschen Beständen.

1957: Vom 18. bis zum 22. Juni 1957 wurde bereits die erste Sommerverbandsübung des Feldjägerbataillons 25 und des Kärntner Jägerbataillons 26 im Raum Klagenfurt, St.Veit, Saualpe, Lavanttal und der Pack mit einem Angriff gegen die 5. Jägerbrigade auf das Gaberl abgehalten. Als Abschluss fand eine Parade in Judenburg statt.

Hubschrauber landet Soldaten anWährend der Sommerverbandsübung 1958 kamen erstmals auch Hubschrauber zum Einsatz.

1958: Die Sommerverbandsübung von 2. bis 8. Juni 1958 im oberen Murtal stand unter der Leitung des Gruppenkommandos II. Erstmals wurden hier auch "Vampire"-Jagdbomber und Hubschrauber eingesetzt. Die Abschlussparaden fanden in Graz und in Klagenfurt statt.

Am 1. August 1958 wurde mit der Aufstellung der 3. Kompanie des Kärntner Feldjägerbataillons 25 die Garnison Bleiburg eröffnet. Am 7. Mai 1960 entstand die Garnison Wolfsberg durch die Umsiedelung der Fliegerabwehrzüge, die ab diesem Zeitpunkt in Brigadefliegerabwehrkompanie 7 umbenannt wurden.

1962: Die Heeresgliederung 62 bewirkte die Umbenennung der 7.Gebirgsbrigade in die 7. Jägerbrigade. Diese war ab 1963 eine von sieben aktiven Einsatzbrigaden des Bundesheeres.

1963: Aufgrund der Neuaufstellung des Militärkommandos Kärnten ebenfalls im Jänner 1963 musste das Kommando der 7. Jägerbrigade von der Rudolfs-Kaserne in den H-Block der Windisch-Kaserne übersiedeln.

1965: Im September 1965 waren Soldaten des Jägerbataillons 26 und der Brigadeartillerieabteilung 7 sowie vom Telegraphenbataillon 2 und Pionierbataillon 2 nach den heftigen Regenfällen im Liesertal, Drautal, Pustertal sowie im oberen und unteren Mölltal im Hochwassereinsatz. Auch die Jägerbataillone 25 und 27 standen aufgrund des Hochwassers in Oberkärnten und Osttirol im Katastrophenhilfseinsatz.

1966: Auch im Jahr 1966 kam das Jägerbataillon 26 nach heftigen Unwettern im April im Defreggental zum Einsatz. Im Sommer/Herbst halfen auch das Jägerbataillon 25 und die Brigadeartillerieabteilung 7 im Raum Huben und Drau- bzw. Mölltal im Kampf gegen das Wasser.

1967: Von 3.Oktober bis 31. Dezember 1967 wurde das Jägerbataillon 26 zum Assistenzeinsatz an der österreichisch-italienischen Grenze eingesetzt. Dabei wurde es von der 2. Kompanie des Jägerbataillons 25 und von Soldaten des Stabsbataillons 7 unterstützt. In enger Zusammenarbeit mit Gendarmerie und Zollwache verhinderten die Soldaten unbefugte Grenzübertritte.

1974: Der Abschluss der Einnahme der Heeresgliederung 1972 erfolgte mit 1. Jänner 1974. Damit war der Einsatzverband dem Landwehrverband gewichen.

Hubschrauber landet Soldaten anSeit 1974 haben unzählige Soldaten der 7. Jägerbrigade ihren Dienst auf den Golanhöhen versehen.

Ab 1974 erfolgte der Einsatz von österreichischen Soldaten im Austrian Battalion/United Nations-Disengagement Observer Force (AUSBATT/UNDOF) auf den Golanhöhen. In diesem Bataillon versehen bis zum heutigen Tage unzählige Soldaten der 7. Jägerbrigade ihren Dienst im Ausland.

1975: Am 1. Juli 1975 wurde die bisher dem Korpskommando II in Salzburg direkt unterstellte 7. Jägerbrigade dem Militärkommando Kärnten zugeteilt.

1978: Im Zuge der Heeresreform 1978 - in der Zeit des Raumverteidigungskonzeptes - erlebte nicht nur die 7. Jägerbrigade die Umwandlung in eine Landwehrbrigade, sondern auch die meisten ihrer Verbände deren Umgliederung in Landwehrstammregimenter.

1999: Mit 1. Jänner 1999 übernahm der Aufstellungsstab der 7. Jägerbrigade im Einvernehmen mit den Militärkommanden Kärnten und Steiermark die Ausbildungsverantwortung für die später der 7. Jägerbrigade unterstellten Verbände (Stabsbataillon 7, Jägerbataillon 18, Jägerbataillon 25, Jägerbataillon 26).

Grundlage für die Neuaufstellung der Jägerbrigaden war die 1998 von der österreichischen Regierung beschlossene Strukturanpassung zur Heeresgliederung 1992, mit der der Mobilmachungsrahmen auf 110.000 Mann reduziert wurde. Die 7.Jägerbrigade wurde direkt dem Korpskommando I in Graz unter Korpskommandant Alfred Plienegger unterstellt. Am 6. April 1999 erfolgte die Kommandoübergabe der neu aufgestellten 7. Jägerbrigade an Oberst Günter Polajnar.

Im Dezember 1999 wurde das neu adaptierte Kommandogebäude der Brigade in der Windisch-Kaserne eingeweiht.

1999-2002: In den darauffolgenden Jahren nahm die 7. Jägerbrigade erfolgreich an Übungen des Österreichischen Bundesheeres teil: "Mostland 1999", "Granit 2000", "Kuenringer 2001", "VÜ 2003". Die Übung "Coorperative Best Effort" (CBE 2001) - eine internationale Übung am Truppenübungsplatz Seetaler Alpe - wurde federführend vom Jägerbataillon 25 ausgerichtet. Viele Soldaten der Brigade wurden zu Einsätzen ins Ausland entsandt. 1999: Albanien (ATHUM/ALBA), 2001: Afghanistan (ISAF), 2002: Kosovo (AUCON6/KFOR) erstmals eine gesamte Kompanie des Jägerbataillons 26.

2002: Ende Oktober 2002 wurden der 7. Jägerbrigade das Pionierbataillon 1 und das Artillerieregiment 2 unterstellt. Mit dieser Eingliederung wurde die Schlagkraft und Effizienz der Brigade wesentlich verstärkt.

2004: Am 1.Oktober 2004 beging das Brigadekommando in Rennweg die feierliche Partnerschafts-Begründung mit der ANKER-Versicherungsgesellschaft. Zahlreiche Partnerschafts-Veranstaltungen, wie Partnerschaftsschießen und Sportveranstaltungen, dokumentieren seither die gelebte Partnerschaft mit dem zivilen Partner.

Kärtner Soldaten bei der Jubiläumsparade.Am Nationalfeiertag 2005 paradierten auch Soldaten der 7. Jägerbrigade über die Wiener Ringstraße.

2005: Am 26.Oktober 2005 nahm die 7. Jägerbrigade mit Teilen ihrer Verbände, dem Gardebataillon aus Wien und dem Akademikerbataillon der Theresianischen Militärakademie als führendes Kommando an der Jubiläumsparade auf der Wiener Ringstraße teil. Kommandant der ca. 1.050 Soldaten war Brigadier Günter Polajnar.

Im Dezember 2005 fand die internationale Verbandsübung "DISPUTE 05" mit deutscher und slowenischer Beteiligung statt. Dabei wurde erstmals in Österreich ein leichtes Infanteriebataillon (das Jägerbataillon 25) von Partnership for Peace/NATO-Staaten überprüft und evaluiert.

2006: Im Mai 2006 ging die Brigade auch eine Partnerschaft mit dem Landesfeuerwehrkommando Kärnten ein, welche die Kooperation der Soldaten mit den Feuerwehrleuten Kärntens stärkt.

2007: Als Konsequenz der Reform "Bundesheer 2010" wird das Klagenfurter Artillerieregiment 2 mit Anfang Juli 2007 aufgelöst. Die Brigade verfügt jetzt nur noch über einen Artillerieverband: das Artillerieregiment 1 im steirischen Feldbach.Im Herbst dieses Jahres führte die Brigade erfolgreich die Multinationale Gefechtsübung "Invitex Pacemaker 07" in Kärnten, der Steiermark und in Niederösterreich durch. An dieser Übung nahmen unter den rund 4000 Teilnehmern auch 500 Soldaten aus fünf ausländischen Nationen teil. Nach dieser Übung übergab Brigadier Polajnar sein Kommando an Oberst Thomas Starlinger.

2008: Als letztes wurde das Aufklärungsbataillon 1 in Gratkorn aufgelöst. Im Frühjahr folgte mit der "Pacemaker 08" die Fortsetzung der Evaluierungsübung für die "Task Force 18" am Truppenübungsplatz Allentsteig, wo die Soldaten für ihren bevorstehenden Auslandseinsatz (KFOR 19) von NATO/PfP-Staaten auf ihre Fähigkeit zu gemeinsamen internationalen Einsätzen überprüft wurden. Ende November übernahm Starlinger das Kommando der Multinationalen Task Force Süd im Kosovo von Brigadier Prader, und die Brigade nahm erfolgreich an der computerunterstützten Übung "Viking 08" unter schwedischem Kommando am Truppenübungsplatz Seetaleralpe teil.

Videos und Downloads

10 Jahre 7. Jägerbrigade
leeres bild
Die 7. Jägerbrigade - Gestern, Heute, Morgen
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Infofolder zur 7. Jägerbrigade
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Diskette
Das Leitbild der Brigade
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Diskette
Festschrift, 50 Jahre 7. Jägerbrigade
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Blitzkurier, 1. Ausgabe 2012
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Diskette

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