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Das Bundesheer und die Agenda 2030

Beitrag zur Umsetzung der nachhaltigen Entwicklungsziele ("Sustainable Development Goals"/SDG)

2015 wurde durch die Vereinten Nationen die "Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung" beschlossen. Im Rahmen dieser Agenda verpflichten sich alle 193 Mitgliedstaaten, darunter auch Österreich, auf die Umsetzung der darin formulierten 17 nachhaltigen Entwicklungsziele (SDGs) auf nationaler, regionaler und internationaler Ebene bis zum Jahr 2030 hinzuarbeiten.

Grafik zeigt die nachhaltigen Entwicklungsziele.

Die nachhaltigen Entwicklungsziele.

Auch das Bundesministerium für Landesverteidigung und das Österreichische Bundesheer bekennen sich zu den nachhaltigen Entwicklungszielen und leisten einen substantiellen Beitrag zu deren Implementierung. 2020 präsentierte Österreich seinen ersten Freiwilligen Nationalen Bericht zur Umsetzung der Nachhaltigen Entwicklungsziele (FNU), zu dem auch das BMLV beitrug, im Rahmen des Hochrangigen Politischen Forums für Nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen. Durch den Agenda 2030 - SDG-Indikatorenbericht soll der nationale Fortschritt bei der Umsetzung der nachhaltigen Entwicklungsziele und Unterziele gemessen werden.

Target Indikatoren des Bundesheeres Trend 2019
13.1 Anzahl der bereitgestellten Soldaten für Katastrophenhilfseinsätze im Inland
16.a Anzahl der Bundesheer-Angehörigen in UN-mandatierten Missionen
16.a Leistungen an offizieller Entwicklungshilfe im Bereich des Kapazitätenaufbaus

In der Wahrnehmung seiner verfassungsmäßigen Aufgaben wird der Gedanke der Nachhaltigkeit durch das Österreichische Bundesheer bereits seit langem berücksichtigt, wie auch aus dem Nachhaltigkeitsbericht des Bundesministeriums für Landesverteidigung hervorgeht.

Im Rahmen der Sicherheits- und Verteidigungspolitik sowie des Nexus Sicherheit und Entwicklung liegt der Schwerpunkt des Ressorts bei SDG 16, das darauf abzielt, "friedliche und inklusive Gesellschaften für eine nachhaltige Entwicklung [zu] fördern, allen Menschen Zugang zur Justiz zu ermöglichen und leistungsfähige, rechenschaftspflichtige und inklusive Institutionen auf allen Ebenen" aufzubauen, sowie SDG 17, das vorsieht "Umsetzungsmittel [zu] stärken und die Globale Partnerschaft für nachhaltige Entwicklung mit neuem Leben [zu] erfüllen". Beide Ziele finden sich in den vier Regionalpolitiken des BMLV und den daraus resultierenden Programmen und Projekten wieder, insbesondere der Regionalpolitik Afrika. SDG 5, welches danach strebt, "Gleichstellung zu erreichen und alle Frauen und Mädchen zur Selbstbestimmung [zu] befähigen", wird ebenfalls im Österreichischen Bundesheer sowie bei der Umsetzung der Programme und Projekte berücksichtigt.

Humanitäre Unterstützung in Westafrika

Eröffnung des 'Humanitarian Assistance in West Africa'-Kurses.
Eröffnung des 'Humanitarian Assistance in West Africa'-Kurses durch Brigadier Alois Hirschmugl.

Unterricht zum Thema Human Rights.
Unterricht zum Thema Human Rights.

Im Hinblick auf den voranschreitenden Klimawandel und zunehmende Dürreperioden, Wasser- und Nahrungsmittelknappheit aber auch Überschwemmungen in Afrika gewinnen Maßnahmen der Katastrophenprävention und -bewältigung verstärkt an Bedeutung. Naturkatastrophen und Konflikte führen weltweit zu humanitären Notlagen. Um afrikanische Staaten auf ein rasches und effektives Handeln in derartigen Krisensituationen vorzubereiten wurde im Jahr 2015 das "Humanitarian Assistance in West Africa (HAWA)"-Programm ins Leben gerufen. Im Rahmen der Kooperation zwischen BMLV, BMEIA/ Austrian Development Agency (ADA), zivilen Institutionen und afrikanischen Partnern erfolgt die jährliche Ausbildung im Bereich "Humanitäre Unterstützung" und "Katastrophenhilfe" am Kofi Annan International Peacekeeping Training Centre (KAIPTC) in Ghana. Das HAWA-Programm umfasst zudem ein Gendermodul, zu den geschlechterspezifischen Aspekten sowie dem Beitrag von Frauen zu Katastrophenschutz und Konfliktlösung. Die Ausbildung stärkt Organisationen und Institutionen vor Ort und fördert den Aufbau verantwortungsvoller Rechtsstaaten.

Österreichs Beitrag zur Such- und Schutzhundeausbildung in Ghana

Ghanaische Hundeführer mit Trainern des Bundesheeres in Kaisersteinbruch.
Ghanaische Hundeführer mit Trainern des Bundesheeres in Kaisersteinbruch.

Als Beitrag zum Aufbau friedlicher und inklusiver Gesellschaften unterstützen Soldaten des Militärhundezentrums des Österreichischen Bundesheeres seit 2018 die ghanaischen Streitkräfte in der Ausbildung von Hundeführern. Dabei wird ziviles und militärisches Personal in der Arbeit mit Such- und Schutzhunden trainiert, um dem Schmuggel illegaler Waren sowie Menschen- und Drogenhandel effektiv entgegenzuwirken. Die Vermittlung eines menschenrechtskonformen Verhaltens gegenüber der Zivilbevölkerung ist ein wesentlicher Teil der Ausbildung und trägt zur Herausbildung verantwortungsbewusster und vertrauenswürdiger Sicherheits- und Streitkräfte bei. Durch das gemeinsame Training der männlichen und weiblichen Hundeführer wird auch die Rolle der Frauen in den Streitkräften gestärkt. Gleichzeitig wird durch die wechselseitigen Ausbildungen in Ghana und Österreich die Partnerschaft der beiden Länder vertieft. Mit einem langfristigen Engagement soll ein nachhaltiger Beitrag zur Schaffung eines sicheren Umfelds geleistet werden.

Kommandoführung der Europäischen Trainingsmission in Mali

EWorkshop mit UNWOMEN und weiblichen Angehörigen der malischen Streitkräfte.
Workshop mit UNWOMEN und weiblichen Angehörigen der malischen Streitkräfte.

Ausbildung von malischen Soldaten durch Angehörige des Bundesheeres.
Ausbildung von malischen Soldaten durch Angehörige des Bundesheeres.

Aus menschlicher Verantwortung und weil Friede und Sicherheit in einer globalisierten Welt keine nationalen Grenzen kennt, übernahm Österreich in der zweiten Jahreshälfte 2019 mit 50 Angehörigen des Bundesheeres die Kommandoführung der Europäischen Trainingsmission in Mali (EUTM Mali). Ziel der Mission ist Ausbildung der malischen Streitkräfte in dem seit 2012 von Konflikten erschütterten Land, dessen Instabilität sich auf den gesamten Sahel-Raum auszubreiten droht. Der österreichischen Tradition der Förderung von Menschenrechten folgend, hat das Kontingent Ausbildungsschwerpunkte in den Bereichen Humanitäres Völkerrecht, Menschenrechte und Women, Peace and Security gesetzt, um zur Herausbildung verantwortungsbewusster und vertrauenswürdiger Streitkräfte, die die Zivilbevölkerung schützen, beizutragen. Das Engagement des BMLV erfolgte hierbei im Rahmen eines gesamtstaatlichen Ansatzes: Seitens des BMEIA wurden jene Anstrengungen durch eine Ausschüttung von 1,5 Mio. Euro aus dem Auslandskatastrophenfond ergänzt. Die Österreichische Entwicklungszusammenarbeit (OEZA) ist seit Jahren im Nachbarland Burkina Faso, als Schwerpunktland der OEZA, tätig.

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