Österreichs Bundesheer

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Zwei Soldatinnen in der Hölle von Bam/Iran

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Das lange Warten am Flughafen in Kerman

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Bei der Trinkwasseraufbereitungs- anlage im Camp (Foto Kurier)

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Auch Frauen packen kräftig zu!

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Zusammenhalt ist wichtig

"Es war am Nachmittag des 26. Dezember: Auf telefonischem Wege hat man mir mitgeteilt, dass es sich um einen AFDRU-Einsatz handeln würde . Zuerst dachte ich mir nicht viel dabei. Ich sollte mich mit meinem Reisepass in der Kaserne einfinden." So schildert Friedl Kerstin, Gefreiter beim Österreichischen Bundesheer die ersten Stunden ihres erstmalig absolvierten Auslands-Katastropheneinsatzes. Gemeinsam mit ihrer Kameradin, Koller Karina und weiteren 118 Einsatzkräften flog sie in die Hölle von BAM, um den notleidenden Menschen zu helfen.


Rekrut Karina Koller

Vor einem halben Jahr fand die Aufnahme von Friedl und Koller in das Österreichische Bundesheer statt; beide sind bei der ABC-Abwehrkompanie in Graz stationiert. Im Falle von Rekrut Koller entstand bereits in frühester Jugend der Wunsch nach einer Karriere beim Heer. Ihr Onkel, der den Dienstgrad Vizeleutnant führt, brachte ihr das Soldatendasein näher. Mit 18 Jahren konnte sie sich ihren Traum realisieren und nach bestandener Eignungsprüfung ins Soldatenleben einsteigen.


Gefreite Kerstin Friedl

Friedl hingegen erkannte im Zuge eines ÖBH-Informationstages an ihrer damaligen Schule, welcher Beruf ihre Erfüllung wäre: "Ich möchte eine militärische Laufbahn einschlagen. Wenn ich zum Bundesheer gehe, bin ich da, um Menschen zu helfen." Sie erinnert sich an ihre Ankunft am Flughafen in Kerman, wo alle Einsatzkräfte auf den Weitertransport ins Einsatzgebiet warteten: "Wir haben ziemlich lange gewartet. Einzelne Einsatzkräfte bzw. Hundeführer waren bereits vor uns ins Einsatzgebiet gefahren. Wir alle waren sehr ungeduldig, weil wir dort waren, um endlich tätig zu werden."

Die jungen Frauen waren für die Wasserversorgung für die Rette- und Bergetrupps im Camp verantwortlich. Über eine diesbezügliche Vor- oder Ausbildung verfügten sie nicht, denn in der ABC-Abwehrkompanie gehören sie dem Spürzug an. Doch wurden sie von den auf diesem Gebiete erfahrenen Einsatzkräften an Ort und Stelle in die Materie eingewiesen. Weiters beteiligten sie sich am Aufbau der sanitären Anlagen im Camp.

Dass Friedl die Blicke aller Einheimischen auf sich zog, fiel ihr besonders stark auf. Sie meint, für die iranische Population sei es mit Sicherheit etwas ungewöhnlich gewesen, zu sehen, dass auch Frauen am Einsatz teilnahmen und richtig zupackten und mithalfen. Ihren Einsatz und ihre Hilfsbereitschaft wusste die Bevölkerung mit Fladenbrot, Obst und Gemüse zu honorieren. Außerdem stellte sie diverse Transportmittel zur Verfügung.

Gefreiter Friedl und Rekrut Koller empfanden den Katastropheneinsatz als eine anspruchsvolle und abwechslungsreiche Operation. Mit Stolz können sie sagen, sie hätten daran teilgenommen.

Obwohl beide der Meinung sind, dass ein gewisser (weiblicher) Konkurrenzkampf wahrzunehmen sei, bezeichnen sie das Verhältnis zueinander und zu den anderen weiblichen Soldaten als ein sehr gutes, auf gegenseitiger Unterstützung basierendes. Ihr Motto lautet: "Wir müssen uns durchkämpfen." Da sie sich am Anfang ihrer Karriere befinden, sind sie sich dessen bewusst, wie sehr man gerade in dieser Phase auf den Beistand und die Kameradschaft der anderen angewiesen ist.

Während Friedl die Chargenausbildung absolvieren und sich die weiteren Karrieremöglichkeiten vorerst offen halten möchte, strebt Koller die Unteroffiziers-Laufbahn an und verfolgt die Absicht, in Zukunft an weiteren Auslands-Katastropheneinsätzen teilzunehmen: "Wenn ich bei der Kompanie Übungen mache, macht es mir Spaß. Aber wenn ich tatsächlich im Einsatz bin, geht es wirklich darum, Menschenleben zu retten", so Koller. Gefreiter Friedl beabsichtigt ebenfalls, ihre militärische Laufbahn im Rahmen der AFDRU-Einsätze fortzusetzen, weil jeder Einsatz eine neue Erfahrung darstelle. Für sie sei nicht nur das Sammeln neuer Erfahrungen, sondern vor allem die Freude am Helfen und die Freude der Betroffenen über die Unterstützung das Ausschlaggebende für die Teilnahme an solchen Operationen.

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