Jagdkommando-Grundkurs
Der Jagdkommando-Grundkurs dauert 27 Wochen und beginnt in der Regel in der zehnten Kalenderwoche des Jahres. Das Schwergewicht der ersten Wochen stellt die Gefechtsausbildung des Einzelnen sowie das Zusammenwirken im Trupp und in der Gruppe dar. Danach folgen verschiedene Ausbildungsabschnitte bis letztendlich das begehrte Jagdkommandoabzeichen verliehen wird.
Alpinausbildung
Die Alpinausbildung teilt sich in die spezialisierte Ausbildungen für den Winter und den Sommer. Im Winter lernen die Jagdkommando-Soldaten, sich in alpinem und hochalpinem Gelände auf militärischen Schiern bzw. Schneeschuhen fortzubewegen. Sie erfahren, wie man mehrere Tage oder Wochen überleben kann und errichten Biwaks in Form von Iglus, Schneehöhlen, -gruben und -löchern.
Die Kursteilnehmer bewältigen mit Steigeisen und Eispickel Gletscher und Eisflanken und lernen, angeseilt zu marschieren. Außerdem erklimmen sie felsige Gipfel und wenden verschiedene Bergetechniken an, um Verletzte sicher ins Tal zu bringen.
Erweiterte Schwimmausbildung
Jagdkommando-Soldaten nähern sich ihrem Operationsziel je nach Lage und Gelände auf verschiedene Art und Weise: an Land zu Fuß oder mit Fahrzeugen, aus der Luft mit dem Hubschrauber oder mit dem Fallschirm. Wenn nötig kommen sie aber auch über Gewässer - mit Booten oder schwimmend.
Amphibische Fortbewegungsarten erlernen die Kursteilnehmer im Zuge der erweiterten Schwimmausbildung. Dabei legen sie viele Kilometer schwimmend in verschiedenen österreichischen Gewässern zurück. Dazu stehen den Soldaten spezielle Trockentauchanzüge und wasserdichte Behältnisse für ihre Ausrüstung zu Verfügung.
Fallschirmspringen
Alle Jagdkommando-Soldaten werden zu Fallschirmspringern ausgebildet. Während des Jagdkommando-Grundkurses absolvieren sie den Grundausbildungskurs im Militär-Fallschirmsprung. Danach können sie an Fallschirmen mit automatischer Auslösung aus Luftfahrzeugen abgesetzt werden.
In der ersten Woche erlernen die Soldaten das richtige Verhalten beim Abgang, am offenen Schirm und bei der Landung. Auch das Packen des Fallschirms muss beherrscht werden. In der zweiten Woche beginnt der eigentliche Sprungdienst mit Sprüngen bei Tageslicht aus 400 m Höhe. Das Kursziel ist erreicht, wenn die Soldaten bei Nacht mit Waffe und Gepäck aus einer Höhe von 250 m auf eine unbekannte Zone abgesetzt werden können. Am Ende der dritten Woche bekommen die Soldaten ihr erstes Abzeichen verliehen - das Militär-Fallschirmsprung-Abzeichen in Bronze.
Gefechtsdienst
Das Schwergewicht des Jagdkommando-Grundkurses ist die Gefechtsausbildung. Die Beherrschung der jagdkommandospezifischen Gefechtstechnik jedes Einzelnen, im Trupp und schließlich in größeren Gruppen ist die Grundlage und Voraussetzung für jeden Jagdkommando-Einsatz, egal ob in bewaldeten Gebieten, in Ortschaften oder im Gebirge.
In der Gefechtsausbildung lernen die Soldaten, sich dem jeweiligen Gelände perfekt anzupassen und dieses für sich auszunützen. Auch die Schießausbildung an den Handfeuerwaffen beginnt schon in der ersten Woche. Diese setzt sich kontinuierlich während des gesamten Kurses fort. Auch die Zusammenarbeit mit Hubschraubern und Transportflugzeugen stellt einen wichtigen Ausbildungsinhalt dar, um möglichst schnell und überraschend in einem Einsatzraum abgesetzt oder aus diesem aufgenommen werden zu können.
Häuserkampf
Obwohl die Grundkenntnisse und Fähigkeiten eines Jagdkommando-Soldaten vornehmlich im bewaldeten Gebiet ausgebildet werden, lernen die Soldaten auch die entsprechenden Gefechtstechniken im verbauten Gebiet, da mögliche Zielobjekte auch in Siedlungen oder Ortschaften zu finden sind. Dabei ist hohe Beweglichkeit und Kraft des Einzelnen erforderlich, um sich rasch, sicher und stets gefechtsbereit durch ein Gebäude bewegen zu können.
Militärischer Nahkampf
Jagdkommando-Soldaten müssen vor allem in Krisengebieten immer damit rechnen, unerwartet von einem zahlenmäßig überlegenen Gegner überrascht zu werden. Dabei ist ein hohes Reaktionsvermögen und Entschlossenheit erforderlich, um mit derartigen Situation fertig zu werden. Die Grundkenntnisse und Techniken dazu lernen sie während des gesamten Kurses.
Sanitätsausbildung
Jagdkommando-Soldaten müssen auch längere Zeit ohne Anschlussversorgung auskommen und Verwundete oder Verletzte so betreuen können, dass diese eine Zeit lang ohne Hilfe von Dritten überleben. Dies bedingt eine besondere Sanitätsausbildung (Selbst- und Kameradenhilfe) jedes Einzelnen.
Sprengdienst
Jagdkommando-Soldaten setzen bei bestimmten Operationen auch Sprengmittel ein, etwa um sich Zutritt zu einem Objekt zu verschaffen oder wichtige Einrichtungen zu zerstören. Jeder Soldat lernt deswegen im Grundkurs mit Spreng- und Zündmitteln verantwortungsbewusst umzugehen und diese zielgerichtet einzusetzen.
Überlebenstraining
Kommando-Soldaten operieren oft weit hinter feindlichen Linien. Von der eigenen Versorgung abgeschnitten sind sie oft tage- oder wochenlang auf sich allein gestellt. Daher müssen sie in der Lage sein, mit dem auszukommen, was sie in der Natur vorfinden. Sie lernen, tierische und pflanzliche Nahrung zuzubereiten, Wasser zu gewinnen und trinkbar zu machen, improvisierte Unterkünfte zu errichten, behelfsmäßige Kleidung und Ausrüstung herzustellen, Fallen zu stellen, Feuer zu machen, schwierige Geländeteile zu überwinden und vieles mehr.