Bundesheer Bundesheer Hoheitszeichen

Bundesheer auf Twitter

Editorial

Seit Ende 2013 wurde nunmehr die "Neuausrichtung der Miliz" bearbeitet. Angesichts asymmetrischer Bedrohungsszenarien gewinnt die Miliz im Bundesheer der Zukunft wieder an Bedeutung. Heute wird eine Entwicklung angestoßen, deren Ziel planerisch bis in das Jahr 2026 reicht und die eine wesentliche Rolle der Miliz bei der Aufgabenerfüllung des Bundesheeres vorsieht.

Die Herausforderungen für die Zielerreichung sind vielfältig. Da die Politik auf die Einberufung in den Milizstand auch ohne Freiwilligenmeldung (§ 21 Abs. 3 Wehrgesetz) verzichtet, ist das Erreichen der Sollstärke der Milizverbände - insbesondere bei den Mannschaftsdienstgraden - unter den gegenwärtigen Rahmenbedingungen wohl nur schwer realisierbar.

Die Ressourcenaufbringung für ein finanzielles Anreizsystem für Milizsoldaten steht in Konkurrenz zur Budgetierung von Beschaffungsprojekten sowie zum Erhalt und Betrieb der Strukturen. Die Mittelaufbringung stellt daher gerade in der derzeitigen finanziellen Lage einen wesentlichen limitierenden Faktor dar.

Entscheidend für das Gelingen dieses Ansatzes zur Rettung der Miliz wird allerdings deren Wiederverankerung in Gesellschaft und Wirtschaft sein. Erfolgreiches Wirtschaften funktioniert nur in einem sicheren Umfeld. Im Extremfall schützt der Arbeitnehmer als Milizsoldat die Produktionsstätte seines Arbeitgebers und damit seinen Arbeitsplatz, und das muss hin und wieder geübt werden. Dazu bedarf es nicht nur Anreize für Milizsoldaten sondern auch für die Unternehmen - etwa in Form von Steuervorteilen, wenn Milizsoldaten angestellt werden, um eine Benachteiligung von Milizangehörigen am Arbeitsmarkt zu verhindern.

Vielleicht gelingt es dem neu ernannten Milizbeauftragten für die enge Wechselwirkung zwischen Wirtschaft und Sicherheit verstärkt Bewusstsein zu bilden und damit der Miliz neue Impulse zu geben.

Oberst Dr. Jörg Aschenbrenner, Chefredakteur

Eigentümer und Herausgeber: Bundesministerium für Landesverteidigung | Roßauer Lände 1, 1090 Wien
Impressum | Kontakt | Datenschutz | Barrierefreiheit

Hinweisgeberstelle