Medical Readiness Exercise im Senegal – Zusammenarbeit in Ziguinchor
Ziguinchor, Senegal, 27. April 2026 - Am 27. April 2026 begann die 10-tägige Medical Readiness Exercise (MEDREX) in der Stadt Ziguinchor, Region Casamance, im Süden des Senegal. Die Übungsserie wurde als Teil der Übung African Lion 2026 von der U.S. Army Southern European Task Force, Africa (SETAF-AF) durchgeführt. Die MEDREX zielt darauf ab, die Einsatzbereitschaft des medizinischen Personals in Streitkräften zu verbessern, indem das Zusammenwirken in einem neuen, multinationalen und multikulturellen Umfeld erprobt werden kann.
Im Zuge der diesjährigen Übung erfolgte eine enge Kooperation zwischen medizinischem Fachpersonal aus den Streitkräften des Senegals, der USA/Vermont National Guard, Österreichs und Italiens. Einsatzort waren zwei zivile und ein militärisches Krankenhaus in Ziguinchor. Ziel war nicht nur der nachhaltige Wissensaustausch über medizinische Praktiken, sondern auch die Ausbildung der lokalen Gesundheitsfachkräfte und die Stärkung der bestehenden medizinischen Versorgungsstruktur. Darüber hinaus wurde ein Training der Senegalesischen Streitkräfte im Bereich der taktischen Verwundetenversorgung durchgeführt, mit gleichzeitigem Austausch über die jeweiligen Methoden des Senegal, der USA und Österreichs im Bereich der „Tactical Combat Casualty Care (TCCC)“ bzw. der „Erweiterten Selbst- und Kameradenhilfe“.
Neue Perspektiven durch gemeinsamen Erfahrungs- und Wissensaustausch
Die Patientenzahlen waren hoch, die Krankheitsbilder oft komplex und teilweise in fortgeschrittenem Stadium – nicht zuletzt aufgrund eingeschränkter Zugänge zur medizinischen Versorgung in ländlichen Gebieten. Häufige Erkrankungen umfassten Infektionskrankheiten, chirurgische Notfälle sowie internistische Krankheitsbilder, die in Europa in dieser Ausprägung selten geworden sind.
Ein zentraler Bestandteil der Übung waren gemeinsame Fortbildungen, Workshops und „on-the-job“-Trainings. Themen wie Notfallmedizin, Hygiene, chirurgische Techniken und Patientenmanagement wurden praxisnah vermittelt und gleichzeitig an die lokalen Gegebenheiten angepasst. Dieser Austausch verlief keineswegs einseitig – vielmehr profitierten auch die Angehörigen der österreichischen und internationalen Streitkräfte vom Wissen der senegalesischen Kolleginnen und Kollegen, insbesondere im Umgang mit begrenzten Ressourcen und in der klinischen Entscheidungsfindung unter schwierigen Bedingungen.
Die infrastrukturellen Herausforderungen waren nicht zu übersehen. Eingeschränkte diagnostische Möglichkeiten, die begrenzte Verfügbarkeit von Medikamenten und teils einfache hygienische Bedingungen verlangten ein hohes Maß an Flexibilität und Kreativität.
Kooperation als Grundlage für zukünftige Herausforderungen
Die Übung in Ziguinchor liefert ein gutes Beispiel dafür, wie internationale Zusammenarbeit im Gesundheitswesen funktionieren kann: partnerschaftlich, nachhaltig und mit klarem Fokus auf gemeinsame Fortentwicklung. Die österreichischen Teilnehmer der MEDREX 2026 betrachten die gewonnenen Erfahrungen, sowohl fachlich wie auch persönlich, als äußerst wertvoll für ihre weitere Tätigkeit im militärischen Sanitätswesen bzw. für Einsätze des Bundesheeres im Einsatzraum Afrika.