330 Jahre Deutschmeister und 20 Jahre Jägerbataillon Wien 1
Wien, 18. Juni 2026 - Bei strahlendem Sommerwetter stand der Wiener Stephansplatz ganz im Zeichen militärischer Tradition und gelebter Miliz. Mit einem feierlichen Festakt wurden die Jubiläen „330 Jahre Deutschmeister“ und „20 Jahre Jägerbataillon Wien 1“ begangen. Im Mittelpunkt standen die lange Geschichte der Hoch- und Deutschmeister, die Bedeutung der Miliz für das Österreichische Bundesheer sowie die enge Verbundenheit des Jägerbataillons Wien 1 „Hoch- und Deutschmeister“ mit der Bundeshauptstadt Wien.
Feierlicher Auftakt vor dem Stephansdom
Eröffnet wurde die Veranstaltung mit einem Platzkonzert der Gardemusik. Danach folgten der Einmarsch der ausgerückten Truppe, der Traditionsverbände des Deutschmeisterbundes sowie das Eintreten der Feldzeichen. Nach Bundeshymne, Flaggenparade und Frontabschreitung richteten hochrangige Vertreter aus Bundesheer, Politik und Deutschmeisterbund ihre Grußworte an die zahlreichen Gäste. Für den musikalischen Rahmen sorgte die Gardemusik, die unter anderem den traditionsreichen Deutschmeister-Regimentsmarsch spielte.
Tradition und Miliz im Mittelpunkt
Verteidigungsministerin Klaudia Tanner würdigte in ihrer Rede die besondere Rolle des Verbandes innerhalb des Bundesheeres:
„Die Hoch- und Deutschmeister stehen seit Jahrhunderten für Treue, Kameradschaft und Dienst an Österreich. Das Jägerbataillon Wien 1 ‚Hoch- und Deutschmeister‘ führt diese Tradition in zeitgemäßer Form weiter: als moderner und leistungsstarker Milizverband, der fest in der Gesellschaft verankert ist und im Ernstfall Verantwortung übernimmt – so wie etwa während der COVID-Pandemie bei den Massentestungen in der Wiener Stadthalle oder bei der ersten Mobilmachung des Österreichischen Bundesheeres im Jahr 2020. Ich bedanke mich bei allen Soldatinnen und Soldaten des Jägerbataillons Wien 1 für ihren Dienst für Österreich!“
Das Jägerbataillon Wien 1 „Hoch- und Deutschmeister“ ist eines von zwei Milizbataillonen der Bundeshauptstadt. Mit knapp über 1.000 Soldaten des Milizstandes ist es Teil der Einsatzorganisation des Österreichischen Bundesheeres. Der Verband verbindet moderne infanteristische Aufgaben mit einer Tradition, die bis zur Aufstellung des ersten Deutschmeisterregiments im Jahr 1696 zurückreicht. Zu seinen heutigen Aufgaben zählen unter anderem Verteidigung, Angriff sowie der Schutz kritischer Infrastruktur.
Auszeichnungen für besondere Verdienste
Ein besonderer Programmpunkt des Festaktes waren mehrere Ehrungen. Bataillonskommandant Oberst Stefan Koroknai erhielt von Verteidigungsministerin Klaudia Tanner für seine zehnjährige Tätigkeit als Kommandant des Jägerbataillons Wien 1 die Militäranerkennungsmedaille.
Auch die Verteidigungsministerin selbst wurde ausgezeichnet: Der Präsident des Deutschmeisterbundes, Major Robert Spevak, verlieh ihr für ihre Verdienste um die Miliz das „Große Ehrenzeichen in Gold am Band“, die höchste protokollarische Ehrung des Deutschmeisterbundes.
Ehrensalut und Pontifikalamt
Zum Abschluss des Festaktes schossen die Traditionsverbände des Deutschmeisterbundes eine General-Decharge – einen feierlichen Ehrensalut – zu Ehren der Verteidigungsministerin.
Den würdigen Ausklang des Tages bildete ein Pontifikalamt im Wiener Stephansdom. Hauptzelebrant war der Hochmeister des Deutschen Ordens, Generalabt Frank Bayard, der zuvor vom Jägerbataillon Wien 1 mit dem „Komturkreuz in Gold am Band“ ausgezeichnet worden war.