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Vizeleutnant Andreas L.: Einer fehlt mir!

11. Juni 2020 - 

Vizeleutnant Andreas L. war bei fast allen Auslandseinsätzen des Bundesheeres dabei - bei manchen sogar mehrmals. Kuwait, Golan, Bosnien, Afghanistan. Für nächstes Jahr hat er einen Einsatz in Mali auf dem Programm. Bis zu seiner Pension wird ihm lediglich einer fehlen: Der Einsatz im Tschad. Da kam ihm sein General dazwischen. Erlebt hat er trotzdem genug. In vielen dieser Einsätzen war der Spezialsoldat mit seinem "Buddy", Oberst Markus R.

"Buddies" fürs Leben

Das erste, das dem angehenden Soldaten eines Sonderverbandes noch vor seiner Ausrüstung zugeteilt wird, ist sein "Buddy". Das "Buddy"-System ist einfach: Zwei Soldaten - die "Buddies" - gehen in der fordernden Ausbildung gemeinsam durch dick und dünn. Sie machen alles zusammen: Sie essen zusammen, sie schlagen sich gemeinsam durch das Dickicht und robben gemeinsam durch den Schlamm. Nur eines machen sie alleine: Schlafen. Denn wenn der eine schläft, hält der zweite Wache. So war es auch bei Vizeleutnant L. und Oberst R. Die beiden verbindet seit über 30 Jahren eine Freundschaft, die auf absolutem Vertrauen ruht. "Wenn mich der Andi um drei Uhr früh anruft und sagt 'Ich brauche Deine Hilfe', dann steige ich ins Auto und komme!", erzählt R, der in Wels zu Hause ist. Da ist es auch selbstverständlich, dem Besitzer eines 1955-er Steyr Traktors in Braunau einen Kotflügel abzuholen und nach Wien zu bringen.

Das Steuer in der Hand

Der heute 56-jährige Unteroffizier zeigte einigen Generälen, wo es "langgeht": Als Kraftfahrer brachte er sie sicher ans Ziel. Den früheren Wiener Militärkommandanten Karl Semlitsch chauffierte er bis zur Pension, und auch die hohen Offiziere Culik, Reißner, Höfler und Bair kamen mit ihm entspannt ans Ziel. Und sie wussten sich in sicheren Händen, seit er in einem Bosnien-Einsatz zum Personenschützer ausgebildet wurde. Dieser Einsatz blieb ihm in Erinnerung: "Ich fragte meine Freundin auf der Brücke von Mostar, ob sie mich heiraten will. Danach verlängerte ich den Einsatz um ein weiteres Jahr. Das war die erste Belastungsprobe für unsere Beziehung. Aber wir haben sie bestanden!", erzählt der Kommandosoldat. "Sein" Generalmajor Bair hatte damals den Einsatz verlängert. Für ihn war es selbstverständlich, das gleiche zu tun. Auch wenn er dadurch mit seinen Kameraden nicht in den Tschad-Einsatz fahren konnte.

Nächster Halt: Bamako

Vizeleutnant L. rückte 1983 zum Landwehrstammregiment 34 in Wöllersdorf ein - und blieb dem Bundesheer erhalten. Heute arbeitet er im Kommando Einsatzunterstützung, in seiner Milizfunktion ist er "Spieß" in einer Milizkompanie. 1984 fuhr er in seinen ersten Auslandseinsatz nach Zypern, voriges Jahr hakte er Afghanistan auf der Liste der Auslandseinsätze ab. Der Afghanistan-Einsatz hat ihn danach noch beschäftigt. "In Kabul hing sogar beim Schlafen die Waffe einsatzbereit über meinem Bett, draußen waren wir dauernd wachsam. Danach brauchte ich drei Wochen, um mich wieder an das Leben daheim zu gewöhnen", blickt er zurück.

Aber auch lustige Geschichten hat er in petto: Vom General eines verbündeten Landes, der von einem Hügel aus mit Frühstücksbuffet den Einsatz bei einem illegalen Waffenlager verfolgte. Oder als sie einen Konvoi einer anderen Nation begleiteten und dafür belobigt wurden, dass alle Fahrzeuge ohne Ausfall am Ziel ankamen - was für uns selbstverständlich, bei dieser Armee aber eine Ausnahme ist. Heute bereitet sich der top ausgebildete Unteroffizier auf seinen Einsatz in Mali vor. Einsetzen kann man ihn durch sein Wissen und seine Erfahrung fast überall, sein Wunsch ist eine Aufgabe im Bereich der militärischen Sicherheit. Wie lange wird der Einsatz für ihn diesmal dauern? "Ich nähere mich langsam, aber sicher der Pension. Da gehe ich nur noch sechs Monate in einen Einsatz", lacht der geerdete Niederösterreicher.

Vizeleutnant L. hat ein abwechslungsreiches Leben hinter sich. (Bild öffnet sich in einem neuen Fenster)

Vizeleutnant L. hat ein abwechslungsreiches Leben hinter sich.

Kuwait, Golan und Afghanistan sind nur einige Stationen seiner Karriere. (Bild öffnet sich in einem neuen Fenster)

Kuwait, Golan und Afghanistan sind nur einige Stationen seiner Karriere.

Vizeleutnant L. erzählt mit seinem "Buddy" von gemeinsamen Einsätzen. (Bild öffnet sich in einem neuen Fenster)

Vizeleutnant L. erzählt mit seinem "Buddy" von gemeinsamen Einsätzen.

Historischer Sidestep: Hier stand Fritz Muliar als "Braver Soldat Schwejk". (Bild öffnet sich in einem neuen Fenster)

Historischer Sidestep: Hier stand Fritz Muliar als "Braver Soldat Schwejk".

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