Zugsführer Gernot F.: Das Bundesheer als ständiger Begleiter
Der 39-jährige Zugsführer Gernot F. ist Soldat der Miliz, verlobt und Vater einer zweijährigen Tochter. Im zivilen Leben ist F. Gesellschafter bei einem Klagenfurter IT-Unternehmen. Dieses wurde als "Österreichs Startup des Jahres 2017" ausgezeichnet und trägt auch das Milizgütesigel des Österreichischen Bundesheeres. Der am 24. Juni 1980 in Klagenfurt geborene Milizsoldat ist unter anderem Mitglied des "Lions Club" Völkermarkt Klopeiner See sowie des bekannten Kärntner Chores "Die Selthenheimer". Hier erzählt er, wie ihn das Bundesheer auf seinem Weg begleitet.
Der erste Kontakt
"Zum ersten Mal bin ich einem Soldaten 1991 begegnet. Während der damaligen Jugoslawien-Krise wurde in Kärnten zum Schutz das Bundesheer eingesetzt. In Kühnsdorf, wo ich damals zu Hause war, wurden am Bahnhof die Panzer entladen. Es war für mich mit elf Jahren ein eindrucksvolles Erlebnis und ich durfte auch einen Panzer besichtigen", erzählt Gernot F. Bevor Zugsführer F. im Oktober 2001 für acht Monate zum Bundesheer in die damalige Klagenfurter Waisenhaus-Kaserne einrückte, hatte er noch einen weiteren Berührungspunkt mit dem Militär.
"Kurz vor dem Pflichtschulabschluss gab es die Entscheidung über den weiteren Weg, der mich gemeinsam mit einem Freund an das Militärrealgymnasium in Wr. Neustadt führte. Allerdings schaffte nur ich die Aufnahme und entschied mich - obwohl mich das Heer faszinierte - nach einem halben Jahr in Wr. Neustadt doch die Handelsakademie in Völkermarkt zu besuchen", so F.
Freundschaften und Kameradschaft waren in seinem Leben schon immer sehr wichtig, die für ihn auch aus dem Grundwehrdienst heraus entstanden sind: "Ich habe heute noch Kontakt zu einigen meiner damaligen Ausbilder. Die korrekte Führung, ein respektvoller Umgang und das Teamdenken wie ich es damals erlebt habe, kann ich heute für den Beruf eins zu eins umsetzen."
Einstieg in die Miliz
"Ich wollte immer einen abwechslungsreichen Beruf ausüben und auch den Kontakt mit dem Bundesheer beibehalten. Der ständige Kontakt mit Kameraden hat mich schließlich auf die Milizlaufbahn gebracht. Dadurch war es mir möglich, 2012 für knapp ein Jahr in den Auslandseinsatz in den Kosovo zu gehen. In der Vorbereitung dafür konnte ich auch den militärischen Führerschein machen", berichtet der 39-jährige, der beim Militärkommando Kärnten nun als Informationsoffizier beordert und somit zur Ableistung von regelmäßigen Übungen verpflichtet ist.
Er vertritt dabei auch das Bundesheer nach außen hin. "Der Höhepunkt in meiner militärischen Zeit ist, abgesehen vom Auslandseinsatz im Kosovo, sowie der Besuch des Bundespräsidenten bei der Milizübung 'Zirbenland 2017', der aktuell andauernde Miliz Einsatz Covid-19. Hier bin ich in der Öffentlichkeitsarbeit tätig. Es ist wichtig, dass man der Bevölkerung den Einsatz der Miliz und ihre Soldaten näherbringt.", sagt F.
Seiner Ansicht hat jeder Soldat, der zu diesem Einsatz einberufen worden ist, auch im zivilen Leben eine gesellschaftliche Verantwortung, die er im Einsatz sinnvoll miteinbringen kann. "Dadurch, und dass es die verschiedensten Arten von Berufen der Milizsoldaten gibt, ist dieser Einsatz ein ganz besonderer und streicht die Wichtigkeit der Miliz in diesen herausfordernden Zeiten hervor", ergänzt der 39-Jährige.
Ständige Berührungspunkte
In Erinnerung blieb ihm auch die Feldmesse bei seiner Feldlagerwoche, die Militärpfarrer Emanuel Longin zelebrierte. Mit dem Ergebnis, dass Longin auch bei der Taufe seiner Tochter dabei war und es auch nächstes Jahr bei seiner Hochzeit sein wird. "Der Kontakt mit dem Bundesheer zieht sich wie ein roter Faden durch mein Leben. Als weitere Tätigkeit beim Bundesheer unterstützend einzuwirken, besteht für mich die Möglichkeit, in Zukunft als Informationsoffizier das Bundesheer der zivilen Bevölkerung näher zu bringen", erzählt der Zugsführer.
Für ihn schließt sich so der Kreis zum beruflichen Leben, von dem beide Seiten profitieren. "Ich kann diesen Weg als Milizsoldat jedem nur empfehlen. Das Bundesheer bietet viele Möglichkeiten - man muss sich darum nur kümmern", weiß der Zugsführer aus Erfahrung abschließend zu berichten.