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Milizsoldaten im Porträt: Wachtmeister Alexander T. und Zugsführer Bernhard P. - Teil 2

26. Juni 2020 - 

In einem ausführlichen Gespräch teilen Alexander T. und Bernhard P. nicht nur Privates, sondern auch ihre militärischen Perspektiven mit uns. In dieser Fortsetzung ziehen die beiden Zwischenbilanz über den Einsatz.

Das Interview: Teil 2

Geschätzte Kameraden - wie sind Ihre persönlichen Eindrücke vom aktuellen Einsatz?

Zugsführer Bernhard P.: Ein positiver Eindruck hat sich bestätigt, den ich bisher bei allen Übungen mitbekommen habe: Kameradschaft wird in der Miliz besonders großgeschrieben. Wenn so viele Menschen, die in unterschiedlichen Bereichen fest im Leben stehen, nach langer Zeit wieder aufeinander treffen und ganz selbstverständlich zusammenhalten, ist das etwas Feines und nicht selbstverständlich.

Wirkt sich die Einberufung zum Covid-19-Einsatz auf Ihre privaten Pläne und Ziele aus?

Wachtmeister Alexander T.: Die Nachricht von der Einberufung hat mir kurz das Herz in die Hose sinken lassen: Mir war sofort klar, dass ich ein bis dahin gut laufendes Studiensemester abhaken konnte. Aber damit findet man sich als Milizsoldat rasch ab, schließlich war mir ja schon im Vorhinein bewusst, wozu ich mich verpflichtet hatte.

Bernhard P.: Zu meinem großen Glück hatte ich mein Studium vorher schon so gut wie abgeschlossen, nur noch drei Lehrveranstaltungen waren offen - die konnte ich jetzt sogar parallel zum Einsatz besuchen. Da waren die Professoren sehr kulant und haben ein Auge zugedrückt, wenn ich meine Aufgaben erst ein paar Tage später abgeben konnte. Auch im Job war das ganz unproblematisch.

Diese Teilaufbietung der Miliz war bzw. ist der erste Einsatz seiner Art in der Geschichte des Bundesheeres. Sie beschäftigen sich beide in Ihren Laufbahnkursen mit militärischer Führung. Welche Lehren können Sie aus jetziger Sicht identifizieren?

Alexander T.: Zuerst möchte ich sagen: Besonders mit meinen Kommandanten möchte ich keinesfalls tauschen. In so einer Grundstimmung und unter so genauer Beobachtung durch die Öffentlichkeit haben die keine leichte Aufgabe, sie müssen enorm viel abfangen und großem Druck standhalten. Während des Einsatzes haben sich meine Aufgaben unfreiwillig in Richtung psychologische Betreuung verschoben. Aus diesen Unterhaltungen zeigt sich für mich: Es ist wichtig, von Anfang an ein klares Einsatzziel vermittelt zu bekommen, einen Sinn und Zweck. Ein Team bildet sich durch das Vorhandensein eines gemeinsamen Ziels. Das ist also unerlässlich.

Bernhard P.: Eine echte Hilfe sind uns die Kameraden, die früher Berufssoldaten, etwa Teil einer Kaderpräsenzeinheit, waren. Die betrachten viele Abläufe mit ganz anderen Augen und geben uns eine zweite Perspektive. So haben die uns unter anderem das Feedback gegeben, dass auch für Milizeinheiten eine stärkere Spezialisierung nützlich sein könnte, also auch bei Übungen und Einsatzvorbereitungen mehr in die Tiefe anstatt in die Breite zu gehen. Dem kann ich durchaus etwas abgewinnen. Die zeitlichen Ressourcen vor einem Einsatz sind beschränkt, und der Ausbildungs- oder Übungsstand schwankt enorm zwischen den Kameraden.

Wenn Sie einen Blick in die Zukunft werfen, wenn dieser Einsatz schon lang hinter uns liegt: Haben Sie für Ihre Laufbahn schon Aufgabenfelder gefunden, die Sie besonders interessieren?

Alexander T.: Gerade für diesen Sommer wären die ersten Kurse und Seminare angestanden, die krisenbedingt natürlich verschoben werden mussten. Ich stehe also noch ziemlich am Anfang. Andererseits kann ich überzeugt sagen: Ich bin Jäger geworden, weil ich Jäger sein wollte - so stumpf es klingen mag, so einfach meine ich es auch. Konkrete Funktionen habe ich noch keine im Auge, besonders gespannt bin ich aber auf das große Fortbildungsangebot im Soft Skills-Bereich, also Rhetorik und Co.

Bernhard P.: Ich lasse es genauso auf mich zukommen. Auch für mich als angehenden Lehrer ist lebenslanges Lernen natürlich ein großer Punkt. Für alles Weitere gilt: Kommt Zeit, kommt Rat.

Danke Ihnen für das offene Gespräch!

Wachtmeister T. beim Gesundheitscheck vor dem Einsatz. (Bild öffnet sich in einem neuen Fenster)

Wachtmeister T. beim Gesundheitscheck vor dem Einsatz.

Zugsführer P. weiß die Eigenverantwortung in der Miliz zu schätzen. (Bild öffnet sich in einem neuen Fenster)

Zugsführer P. weiß die Eigenverantwortung in der Miliz zu schätzen.

Ständiges "Accessoire": die Atemschutzmasken. (Bild öffnet sich in einem neuen Fenster)

Ständiges "Accessoire": die Atemschutzmasken.

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