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Milizsoldaten im Porträt: Wachtmeister Alexander T. und Zugsführer Bernhard P. - Teil 1

26. Juni 2020 - 

Was machen zwei Historiker im Burgenland? Assistenzeinsatz. Wachtmeister Alexander T. (21) und Zugsführer Bernhard P. (24) sind bei unterschiedlichen Verbänden beordert, im Einsatz dabei quasi Nachbarn. Zivil verfolgen sie auch unterschiedliche Karrieren, sitzen aber unter anderem im selben Hörsaal.

Das Interview: Teil 1

Herr Wachtmeister, Herr Zugsführer, zu Beginn darf ich Sie beide fragen: Warum Miliz?

Alexander T.: Mein Vater ist jetzt zwar nur noch Reservist, hat damals aber selber den Einjährig-Freiwilligen-Kurs gemacht, er hat mir deshalb schon früh den Floh ins Ohr gesetzt. Ich glaube, seit meinem 12. Lebensjahr war mir klar: Wenn ich zum Bundesheer gehe, dann gleich für ein ganzes Jahr, genauso wie der Papa – inklusive der daraus folgenden Milizverpflichtung. Wie er bin ich jetzt auch im Burgenland beordert, bei der 2. Kompanie des Jägerbataillons Burgenland. Eine Laufbahn als Milizoffizier stellt natürlich auch einen kleinen Ansporn dar; wieder ähnlich wie mein Vater, der ist Leutnant.

Bernhard P.: Bei mir war es auch Werbung durch die Familie: Mein älterer Bruder war Einjährig-Freiwilliger und hat davon nur Gutes erzählt. Ein zweiter Grund war aber schon, dass ich einmal einen Einsatz, gerne auch im Ausland, miterleben wollte. Deswegen habe ich mich für die Ausbildung zum Miliz-Unteroffizier entschieden und bin bei der 1. Kompanie des Jägerbataillons Wien 2. Seit meinem letzten Kurs im November warte ich praktisch auf meine Beförderung zum Wachtmeister (lacht).

Haben Sie schon einen bestimmten Auslandseinsatz im Auge?

Bernhard P.: Wenn, dann der Einsatz im Libanon. Leider wird es von Jahr zu Jahr schwieriger, das rein zeitlich unterzubringen. Aber ich finde es faszinierend, wie viele verschiedene Nationen in einem Camp zusammenleben und -arbeiten, wie die Aufgaben auf die einzelnen Staaten aufgeteilt werden und wie das Ganze spürbar mehr leisten kann als die einzelnen Teile für sich.

Wenn ich richtig informiert bin, geben Sie sich auch an der Universität die Klinke in die Hand.

Alexander T.: Ich studiere seit 2018 Bauingenieurwesen an der TU und Geschichte an der Universität Wien.

Bernhard P.: Und ich Geografie und Geschichte auf Lehramt, an der gleichen Uni. Begegnet sind wir uns da aber noch nie bewusst.

Alexander T.: Ja, ich habe erst jetzt im "Corona-Semester" mit Geschichte begonnen. Davor habe ich als Schüler nur hin und wieder Geschichte-Vorlesungen besucht, weil ich die Themen und Professoren immer schon spannend fand.

Bernhard P.: Wenn alles gut geht, kann ich in wenigen Tagen den Bachelor abhaken. Der Uni bleib ich aber trotzdem erhalten. Ich könnte jetzt zwar schon an einer Unterstufe unterrichten und berufsbegleitend fertigstudieren – aber da die Jobchancen mit meiner Fächerkombination gerade nicht so rosig sind, geht's für mich ab September direkt weiter mit dem Master.

Herr Wachtmeister, auch für Sie eine Option?

Alexander T.: Für mich bleibt die Geschichte ein Interesse, eine Leidenschaft. Beruflich sehe ich mich eher im technischen Bereich – deshalb das Primärziel Bauingenieur (lacht).

Technische und pädagogische Ausbildungen sind ja beide sehr zeitaufwändig mit viel Präsenzpflicht. Wie bringen Sie da Ihre Milizverpflichtung unter?

Alexander T.: Zwischen Schulabschluss und Studienbeginn ging sich die Kaderanwärter-Ausbildung ideal aus. Und zumindest bisher haben sich die Übungen eigentlich gut mit meinem Zeitbudget vereinbaren lassen. Die Sommermonate lassen da etwas mehr Spielraum.

Bernhard P.: Für mich wird es bald schon schwierig, so viel Zeit am Stück abwesend zu sein. Ich wüsste von keinem Lehrer, der das geschafft hat. Während des Schuljahres ist es völlig undenkbar, und auch der Sommer ist für Lehrer vollgepackt mit Arbeit und beruflichen Fortbildungen. Unsere Übungen fallen oft in die Monate März und November, ich werde also schauen müssen, wie ich das für alle Seiten am besten lösen kann.

Waren Sie vor der Corona-Krise schon einmal im Einsatz?

Bernhard P.: Ja, zweimal im Assistenzeinsatz: 2016 in der Südsteiermark, 2018 – so wie jetzt – im Burgenland. Auch wenn das keine spannende Geschichte ergibt, finde ich es ein gutes Zeichen, dass beide Einsätze ohne besondere Vorkommnisse verlaufen sind (lacht).

Alexander T.: Einsatz konnte ich bis vor Kurzem noch keinen verbuchen. 2019, also ein Jahr nach Ende meiner Kaderanwärter-Ausbildung, habe ich erstmals an einer Übung teilgenommen. Im Zuge der "AirPower", also der Flugschau in Zeltweg, wurden wir als Security-Personal zur Einlasskontrolle eingesetzt.

Lesen Sie in Kürze: Wachtmeister T. und Zugsführer P. reflektieren gemeinsam über den Covid-19-Einsatz.
Wachtmeister Alexander T.: "Bald Leutnant - wie mein Vater". (Bild öffnet sich in einem neuen Fenster)

Wachtmeister Alexander T.: "Bald Leutnant - wie mein Vater".

Zugsführer Bernhard P. auf seinem Posten bei der Grenzraumüberwachung. (Bild öffnet sich in einem neuen Fenster)

Zugsführer Bernhard P. auf seinem Posten bei der Grenzraumüberwachung.

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