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Mag. Helmut Lackner: Über den Tellerrand hinausblicken

17. Juli 2020 - 

Die Österreichische Staatsdruckerei ist seit mehreren Jahren Partner der Miliz des Österreichischen Bundesheeres. Zum einen als Partner des Jägerbataillon Wien 2, zum anderen auch während des laufenden Einsatzes mit einer Unterstützung durch Druckwerke und Know-how im Bereich der Identitätsnachweise - wie mit dem ID-Checker. Mag. Helmut Lackner ist einer der Geschäftsführer und stand Oberleutnant Anton K.-L. für ein Gespräch zu Verfügung. 

Das Interview

Herr Mag. Lackner, wie viele Milizsoldaten haben Sie in Ihrem Unternehmen?

Wir haben derzeit zwei österreichische sowie einen Schweizer Milizsoldaten in unserem Unternehmen. Einer unserer beiden österreichischen Milizsoldaten wurde im Rahmen des Covid-19 Einsatz auch in den aktiven Dienst einberufen. Neben unseren aktiven Milizangehörigen haben wir in unserer Security mehrere ehemalige Milizsoldaten. Immer wieder haben sie von ihren Auslandseinsätzen erzählt. Diese Erfahrungen helfen ihnen in ihrer täglichen Arbeit.

Die Österreichischen Staatsdruckerei unterstützt die Miliz seit mehreren Jahren. Wie kommt es zu diesem Engagement?

Wir unterstützen nicht nur die Miliz, sondern uns ist es wichtig, dass wir das gesamte Heer unterstützen. Es hat auch durchaus etwas mit unserer Geschichte zu tun. Diese gegenseitige Freundschaft besteht schon lange, es waren immer engagierte Personen, die das aktiv gepflegt haben. Vielleicht noch eine kleine Anekdote aus der Geschichte: Die Aufforderung zur Mobilmachung 1914 von Kaiser Franz Josef wurde ja bereits bei uns gedruckt.

Wie sehen Sie als modernes Unternehmen die Partnerschaft?

Es ist vor allem ein Lernen voneinander. Eine Partnerschaft muss einmal Verständnis schaffen Das beruht wirklich auf Gegenseitigkeit. Es sind Besichtigungen, Besuche von Vorträgen und auch Ausbildungen, also der aktive Austausch von Know-how. Ich selbst war schon auf einer Übung des Jägerbataillons. Es war ausgesprochen spannend. Wir sind ein Unternehmen der kritischen Infrastruktur. Sicherheit in allen Aspekten ist für uns enorm wichtig. Und das beinhaltet auch das Wissen, wie die Landesverteidigung funktioniert und abläuft.

Ich bin wirklich froh und stolz, dass unsere Zusammenarbeit so hervorragend klappt.

Was bedeutet Miliz für Sie?

Es bedeutet für mich vor allem "bereit sein für den Ernstfall".

Was bedeutet es für Sie, wenn Sie von einem Mitarbeiter hören, dass er in der Miliz ist?

Dann weiß ich, dass er ein engagierter Mensch ist, engagiert für die Gemeinschaft.

Für mich ist das ein Pluspunkt, weil ich weiß, dass er über den Tellerrand hinausblickt und über seine Komfortzone hinausgeht. Ich habe großen Respekt davor. Er wird auch bei uns im Unternehmen über die Stellenbeschreibung hinaus eingebunden. Ich denke da nie an die Zeit, die er mir fehlen wird.

Heuer gab es zum ersten Mal eine teilweise Aufbietung der Miliz. Was hat das für Sie in der Staatsdruckerei bedeutet?

Anfänglich war da wie bei allen die Unklarheit, welche Leute jetzt betroffen sind. Gute Leute sind ja gerade in der Krise auch im Unternehmen gefragt. Ab einer gewissen Größe hält das ein Unternehmen aber gut aus, wenn der eine oder andere wegfällt. Für kleine Betriebe ist das sicherlich wesentlich schwieriger. Wir haben selbstverständlich unseren Mitarbeiter bei seiner Einberufung voll unterstützt und für den Einsatz freigestellt.

Wie waren Sie von der Corona-Krise betroffen?

Im Prinzip nicht anders als wahrscheinlich alle produzierenden Betriebe. Da wir zur sicherheitskritischen Infrastruktur gehören, war es wichtig, eine Fortsetzung der Produktion sicherzustellen. Wir haben dafür eine Reihe von Schutzmaßnahmen eingeführt und bewusst auf eine strikte Trennung der Diensträder geachtet. Dafür haben wir eine komplett neue Einteilung getroffen. Im Endeffekt hatten wir in manchen Bereichen vier Diensträder. Wir konnten so zu jeder Zeit produzieren. Wir haben es gleichzeitig geschafft, dass es keine Stehzeiten gab. Wegen der reduzierten Nachfrage haben wir auch auf Lager produziert, da 2020 ein sogenanntes Superpassjahr für Reisepässe wäre, also ein Jahr mit starker Nachfrage. Derzeit verläuft es aber wie ein normales Jahr.

Wie sehen Sie die Rolle der Miliz in der Wirtschaft?

Ich profitiere deutlich von Milizsoldaten wegen ihrer Einsatzbereitschaft. Das gilt sicher für alle Betriebe. Zusätzlich merkt man bei ihnen auch eine solide Führungsausbildung. Das spürt man in ihrem Umgang mit den anderen Kolleginnen und Kollegen. Vor allem der strukturierte Angang ist eine gute Anlage für Führungsaufgaben im Unternehmen. Das sollte man dringend bekannter machen und ausbauen.

Haben Sie Wünsche oder Verbesserungsvorschläge? Wie kann man gegenseitig mehr voneinander profitieren?

Wichtig ist ein verstärktes gegenseitiges Verständnis. Das entsteht durch eine gute Kommunikation und den regen Austausch. Das macht die Zusammenarbeit auch aus. Der Milizbeauftragte Generalmajor Hameseder ist hier ein wichtiger Brückenbauer. Bei dieser wichtigen Arbeit muss er von der gesamten Wirtschaft unterstützt werden. Die Miliz zeigt Einsatz, die Unternehmen sollten das auch.

Unterstützt die Miliz: Helmut Lackner, Geschäftsführer der ÖSD. (Bild öffnet sich in einem neuen Fenster)

Unterstützt die Miliz: Helmut Lackner, Geschäftsführer der ÖSD.

Seit 2016 sind die Staatsdruckerei und das Jägerbataillon Wien 2 Partner. (Bild öffnet sich in einem neuen Fenster)

Seit 2016 sind die Staatsdruckerei und das Jägerbataillon Wien 2 Partner.

Bataillonskommandant Oberst Schulyok mit Helmut Lackner bei der Truppe. (Bild öffnet sich in einem neuen Fenster)

Bataillonskommandant Oberst Schulyok mit Helmut Lackner bei der Truppe.

Lackner besuchte die ID-Checker-Schulung für den Covid-19 Einsatz. (Bild öffnet sich in einem neuen Fenster)

Lackner besuchte die ID-Checker-Schulung für den Covid-19 Einsatz.

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