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Miliz & Wirtschaft: Interview mit Gerhard Starsich

22. November 2020 - 

In der Interviewreihe "Miliz & Wirtschaft" sprach Oberst Mario Strigl, Verbindungsoffizier für Wirtschaft des Milizbeauftragten, mit Gerhard Starsich. Starsich ist Reserveoffizier und seit 2011 Generaldirektor der Münze Österreich. Die Währung bestimmt schon seit Längerem sein Berufsleben – frühere Stationen seines Schaffens sind die Österreichische Nationalbank, das Europäische Währungsinstitut sowie die Austrian Payment Systems Services GmbH. Die Münze Österreich gehört zur Welt-Elite der Münzprägestätten und blickt auf eine mehr als 825-jährige Geschichte zurück. Heute produziert sie Anlagemünzen, eine Vielfalt an Münzen und Medaillen für Sammler sowie Umlaufmünzen für viele Länder der Welt. Und – natürlich – die Münzen, mit denen wir täglich bezahlen.

Das Interview

Mario Strigl: Sehr geehrter Herr Starsich, lieber Gerhard, wie viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hat die Münze Österreich und kannst du mir sagen, wie viele Milizsoldaten darunter sind?

Wir haben 193 Mitarbeiter mit einer Frauenquote von knapp über 50 Prozent. Aktuell haben wir keine aktiven Milizsoldaten im Personalstand, aber einige Reservisten.

Du selbst bist ja auch Reservist. Wie war dein militärischer Werdegang?

Ich hatte mich als Einjährig-Freiwilliger gemeldet und wurde ausgewählt zur Richtverbindungskompanie beim Fernmeldebataillon 1. Zuletzt war ich Oberleutnant und Kommandant eines Richtfunkzuges.

Was bedeutet der Begriff "Miliz" für dich?

Für mich hat Miliz eine zweifache Bedeutung: Menschen, die sich über ihre staatsbürgerliche Pflicht hinaus freiwillig für ihre Heimat einsetzen, entweder als bewaffneter Soldat oder aber in der Katastrophenhilfe.

Heuer gab es erstmals eine teilweise Aufbietung der Miliz. Was hat das für die Münze Österreich bedeutet?

Wir hatten durch die Coronakrise unseren Umsatzschwerpunkt für einige Wochen im Onlinehandel. Das war mit einem erhöhten Versandvolumen verknüpft, wodurch auch wir ein "Opfer" des Ausbruchs von Corona in den beiden Post-Verteilerzentren wurden. Durch die Übernahme der Logistiktätigkeiten in einem der Verteilerzentren durch Milizsoldaten konnte der entstandene Rückstand in diesem Zentrum rasch wieder aufgeholt werden, was vor allem unsere Kunden erfreute.

Wie wart bzw. seid ihr selbst von der aktuellen Corona-Pandemie betroffen?

Unsere Mitarbeiter in der Produktion waren immer anwesend, wodurch wir es schafften, weltweit die einzige durchgehend lieferfähige Produktionsstätte für Goldanlagemünzen zu sein. Alle im Bürobereich Tätigen waren ab Mitte März bis Ende April in Homeoffice, ich selbst war bis auf die erste Woche aufgrund häuslicher Selbstisolation immer anwesend. Seit Anfang September waren unsere Mitarbeiter im Schichtbetrieb tätig, mittlerweile sind sie aufgrund der aktuellen gesundheitlichen Rahmenbedingungen wieder im Homeoffice, die Produktion ist aber nach wie vor voll besetzt.

Wie organisiert ihr es, wenn jemand einberufen wird?

Wir stellen unsere Mitarbeiter mit Sonderurlaub frei.

Die Münze Österreich ist stolzer Träger des Milizgütesiegels. Wie kam es zu diesem Engagement?

Die Münze Österreich steht hinter dem Österreichischen Bundesheer, wir unterstützen natürlich die Miliz und generell den Milizgedanken. So waren wir unter anderem auch engagiert beim Ball der Offiziere.

Wie siehst du die Partnerschaft zwischen Miliz und Wirtschaft?

Ich sehe das als einen sehr wichtigen Aspekt, denn die Wirtschaft profitiert in vielfältiger Weise davon, dass es eine Miliz in Österreich gibt. So freut es mich, dass auch die Münze Österreich schon Gastgeber für eine Veranstaltung der ARGE "Miliz und Wirtschaft" sein durfte.

Viele Unternehmen oder Organisationen sehen bei einem ehrenamtlichen Engagement nur die Abwesenheit des Mitarbeiters. Welchen Mehrwert bringen deine Meinung nach Milizsoldaten für Unternehmen?

Wenn ein Mitarbeiter sich freiwillig für etwas engagiert, wird er sich auch beruflich verstärkt engagieren. Zum anderen gewinnen die Mitarbeiter bei Waffenübungen Fähigkeiten und Erfahrungen, die sie bei Firmen nicht so einfach und vor allem nicht so rasch erlangen können - wie etwa Krisenresistenz, Übernahme von Verantwortung, Entscheidungsfähigkeit und Führungsqualität.

Das aktuelle Regierungsprogramm sieht eine Stärkung der Miliz vor. Wie kann man Arbeitgeber deiner Meinung nach dafür begeistern?

Indem man mit den verantwortlichen Entscheidungsträgern in den Unternehmen den persönlichen Kontakt sucht und sie über all jene vorher aufgezählten Vorteile informiert.

Gibt es konkret Kooperationen der Münze Österreich mit dem Bundesheer bzw. gemeinsame Projekte?

Wir haben immer wieder gemeinsame Projekte, zum Beispiel wenn wir zeitgeschichtlich relevante Münzen prägen wie die 5 € Sondermünze "60 Jahre Österreichisches Bundesheer". Dies geschieht in enger Abstimmung mit dem Verteidigungsministerium.

Vielen Dank für deine Zeit Gerhard. Mit der Münze Österreich hat das Bundesheer offensichtlich einen starken Partner an seiner Seite!

Als Chef der Münze Österreich unterstützt Starsich die Miliz. (Bild öffnet sich in einem neuen Fenster)

Als Chef der Münze Österreich unterstützt Starsich die Miliz.

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