Sprachmittlung beim Technikertreffen der Grenzkommission
Österreich und Tschechien verbindet eine 466 km lange Staatsgrenze. Diese muss vermessen, freigehalten und sichtbar vermarkt – das bedeutet gekennzeichnet – werden. Für die Durchführung der dazu notwendigen Arbeiten ist in Österreich das Bundesamt für Eich- und Vermessungswesen zuständig. Dieses ist eine nachgeordnete Dienststelle des Bundesministeriums für Wirtschaft, Energie und Tourismus. Das Bundesministerium für Landesverteidigung kooperiert mit dem Bundesamt für Eich- und Vermessungswesen bereits seit Jahrzehnten unter anderem bei der Bereitstellung von Geodaten, von Soldaten und Gerät für Geländearbeiten und durch die Abstellung von Dolmetschern und Übersetzern für Technikertreffen und Kommissionstagungen.
Bilinguales Treffen der technischen Experten in Prag
Die technischen Experten der Österreichisch-Tschechischen Grenzkommission treffen sich zweimal jährlich zu mehrtägigen Besprechungen. Das Frühjahrstreffen findet traditionell in Tschechien statt. Im Herbst trifft man sich in Österreich.
Die Technikertreffen dienen der Abstimmung der gemeinsamen Arbeiten an der Grenze, der gemeinsamen Bearbeitung von Richtlinien für die Tätigkeit der Techniker, der Vorbereitung der jährlichen Tagung der Grenzkommission sowie der Klärung von Problemfällen, wie zum Beispiel der Verletzung der Staatsgrenze durch Bauwerke, Einzäunungen oder Feldarbeiten.
In diesem Rahmen werden zahlreiche Unterlagen angefertigt und durch die technischen Leiter unterschrieben. Dazu gehören neben der Niederschrift über das Technikertreffen auch sog. "kleine" Niederschriften über durchgeführte Arbeiten im Gelände, Berichte an die Grenzkommission und bei Bedarf weitere Dokumente. Die "technischen Leiter" sind jene für die Durchführung der Arbeiten an der Staatsgrenze verantwortlichen Personen. In Österreich sind das Bedienstete des Bundesamt für Eich- und Vermessungswesen, in Tschechien Bedienstete des Innenministeriums oder des Landvermessungsamtes.
Dolmetschleistungen durch das Sprachinstitut des Bundesheeres
Das Sprachinstitut des Bundesheeres stellt im Rahmen des Verwaltungsübereinkommens mit dem Bundesamt für Eich- und Vermessungswesen seit mehr als 25 Jahren Dolmetscher für Tschechisch, Slowakisch, Slowenisch, Italienisch und Ungarisch. Die Bediensteten des Sprachinstitutes sind dabei bei Technikertreffen mit den Anrainerstaaten und teilweise auch bei Kommissionstagungen und Grenzbesichtigungen eingesetzt.
Aufgrund ihrer langjährigen Erfahrung sind diese Sprachmittler mit der speziellen Terminologie in diesem Bereich bestens vertraut und besitzen fachliche Einblicke in diese Thematik.