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Russlands Nachbarschaft: Macht, Wandel, Perspektiven

28. April 2026 - 

An der Landesverteidigungsakademie fand eine Podiumsdiskussion am 28.4.2026 zum Thema "Russlands Nachbarschaft: Macht, Wandel, Perspektiven" statt. Christoph Bilban, Forscher am Institut für Friedenssicherung und Konfliktmanagement, zeichnete für die inhaltliche Konzeption verantwortlich. Gemeinsam mit Sophie Jaeger, Alexandra Dienes und Stefan Meister wurden dabei der Machtverlust Russlands und dessen Auswirkungen auf die Nachbarländer im Südkaukasus und in Zentralasien sowie auf die ungelösten Konflikte in Georgien und in Moldau diskutiert. Oberst Ernst Felberbauer moderierte die Veranstaltung.

Podiumsdiskussion als Unterrichtseinheit

Brigadier Jürgen Wörgötter, stellvertretender Kommandant und Chef des Stabes der Landesverteidigungsakademie, begrüßte die Zuhörerinnen und Zuhörer. Ein besonderer Gruß ging dabei an die Schülerinnen und Schüler des Wahlpflichtfachs Geschichte der AHS Heustadelgasse. Die Schule wird von Christoph Bilban in seiner Nebenfunktion als Informationsoffizier betreut. 

Möglichkeiten durch Russlands Einflussverlust

Während der Diskussion zeichneten die Vortragenden nach, wie sich Russlands Nachbarschaft zunehmend aus Moskaus Einflussbereich entfernt. Die schwindende Ordnungsmacht Russlands ermöglicht einerseits Spielräume für eine friedliche Lösung der "eingefrorenen" Konflikte um Transnistrien und möglicherweise auch Abchasien und Südossetien, andererseits bleibt Russland auch eine Gefahr für Europa. Moskau will weiterhin durch hybride Mittel die Einigkeit Europas schwächen. Dabei werden auch bewusst Verschlechterungen der Beziehungen mit Nachbarstaaten wie Kasachstan in Kauf genommen, wenn beispielsweise der Transit von kasachischem Rohöl nach Deutschland über Russland blockiert wird.

Europäische Strategie für Russland gefordert

In der breiten Öffentlichkeit bleiben die Auswirkungen der russischen Auswanderungswellen der letzten Jahre oft unbeachtet, wie Sophie Jaeger anmerkte. So verlor Russland beispielsweise rund 40 % seiner IT-Fachkräfte und andere hochqualifizierte und gut ausgebildete Personen. Hier könnten die EU-Mitglieder durch bessere Rahmenbedingungen sogar selbst profitieren. Auch die zahlreichen Konzepte der russischen Exil-Opposition für eine Zeit nach Putin sollten in europäischen Strategien gegenüber Russland nicht außer Acht gelassen werden. Noch fehlen aber mittel- bis langfristige Russland-Strategien, wie Stefan Meister und Alexandra Dienes anmerkten. Beide plädierten daher dafür, dass die deutsche Regierung und die EU trotz aller Schwierigkeiten rasch solche Strategien entwickeln sollten.

Beitrag zur Geistigen Landesverteidigung

Der lange Applaus war ein deutliches Zeichen, dass das Institut für Friedenssicherung und Konfliktmanagement sowohl mit dem Thema Russland als auch mit den Vortragenden eine gute Wahl getroffen hat. Aktuelle Themen mit Expertinnen und Experten zu diskutieren ist ein aktiver Beitrag zur Geistigen Landesverteidigung. In diesem Sinne veröffentlichte Christoph Bilban bereits im März das Werk "Institut für Friedenssicherung und Konfliktmanagement - Kontext: Putins Konflikte". Die Publikation liefert einen Überblick über die Ursprünge und die aktuelle Lage der Konflikte in Russlands Umfeld, wie eine Art "Nachlese" zur Podiumsdiskussion.

Brigadier Jürgen Wörgötter begrüßt die Besucherinnen und Besucher. (Bild öffnet sich in einem neuen Fenster)

Brigadier Jürgen Wörgötter begrüßt die Besucherinnen und Besucher.

Christoph Bilban, spricht über den Transnistrien-Konflikt. (Bild öffnet sich in einem neuen Fenster)

Christoph Bilban, spricht über den Transnistrien-Konflikt.

Sophie Jaeger erklärte die Besonderheiten der russischen Exil-Opposition. (Bild öffnet sich in einem neuen Fenster)

Sophie Jaeger erklärte die Besonderheiten der russischen Exil-Opposition.

Ein Blick in die Sala Terrena. (Bild öffnet sich in einem neuen Fenster)

Ein Blick in die Sala Terrena.

Bei einer Podiumsdiskussion. (Bild öffnet sich in einem neuen Fenster)

Bei einer Podiumsdiskussion.

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