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50. Workshop der Studiengruppe „Regional Stability in South East Europe”

10. Mai 2026 - 

"Spotlight on Southeast Europe's EU Integration – What Remains of Democratization and Peace-Building?"

Der 50. Workshop der "Study Group Regional Stability in South East Europe" (RSSG SEE) im Seminarzentrum Reichenau fand vom 7. bis 10. Mai 2026 statt. Die Studiengruppe beobachtet seit ihrer Gründung im Jahr 2000 im Netzwerk des "Partnership for Peace Consortium of Defense Academies and Security Studies Institutes" die politische Entwicklung der Staaten des Westbalkans sowie der gesamten Region – Anlass genug, in diesem Workshop Bilanz über den Stand der EU-Erweiterungspolitik gegenüber dem Westbalkan zu ziehen.

EU-Erweiterungspolitik am Westbalkan: Bilanz und Perspektiven

Diskutiert wurde die unterschiedliche Entwicklung der sechs Westbalkanstaaten (Albanien, Bosnien und Herzegowina, Serbien, Montenegro, Nordmazedonien und Kosovo) sowie die Rolle der Europäischen Union im Erweiterungsprozess. Während Albanien und Montenegro vergleichsweise weit fortgeschritten sind, stagniert die Entwicklung in den übrigen Staaten. Diese unterschiedlichen Dynamiken werfen zunehmend Fragen hinsichtlich der langfristigen Stabilität der Region auf – immerhin sind 23 Jahre seit dem "Versprechen von Thessaloniki" (2003) vergangen. Hier ist die Europäische Union gefordert, einen konkreten und realistischen Fahrplan vorzulegen, um langfristig ihre Glaubwürdigkeit zu wahren. Gleichzeitig bleibt die Erwartung an die Westbalkanstaaten, die erforderlichen Reformkriterien zeitnah zu erfüllen, bestehen.

Handlungsempfehlungen für den Westbalkan und die Europäischen Union

Im weiteren Verlauf des Workshops standen konkrete Herausforderungen und Handlungsempfehlungen im Fokus, wie Sanktionen gegen EU-feindliche Akteure, die gezielte Stärkung pro-europäischer und demokratischer Kräfte oder der Einsatz moderner Technologien zur Verhinderung von Wahlbetrug. Die Lösung innerstaatlicher sowie bilateraler Konflikte innerhalb der Region bleibt jedenfalls eine wesentliche Voraussetzung für langfristige Stabilität.

Lehren aus bisherigen EU-Beitritten

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf den Erfahrungen der bereits beigetretenen Staaten Slowenien, Kroatien und Bulgarien. Angesichts der langwierigen Verfahren wurde eine grundlegende Überarbeitung des EU-Beitrittsprozesses mit klaren und verbindlichen Kriterien sowie nachvollziehbaren Zeitplänen angesprochen. Modelle schrittweiser Integration, wie etwa ein früherer Zugang zum EU-Binnenmarkt, könnten den Prozess unterstützen. Dabei wurde kritisiert, dass neue Kandidatenländer wie die Ukraine oder Moldau, deren Annäherung derzeit auch aus geostrategischen Gründen beschleunigt wird, nach anderen Maßstäben bewertet werden.

Ehrung durch den Kommandanten der Landesverteidigungsakademie Generalmajor Schrötter

Im Rahmen des Workshops wurde auch die feierliche Verleihung des Großen Ehrenzeichens für Verdienste um die Republik Österreich im Eichensaal des Schlosses Rothschild durch Generalmajor Schrötter an den Executive Director des Partnership for Peace Consortiums, Oberstleutnant Olaf Garlich, vorgenommen. Damit wurden seine Verdienste um die langjährige Zusammenarbeit mit Österreich sowie um die Unterstützung der Studiengruppe anlässlich ihres Jubiläums angemessen gewürdigt.

Die Ergebnisse des Workshops werden schließlich in den zwei zentralen Produkten der Studiengruppe, den "Policy Recommendations" und der "Study Group Information", von der Landesverteidigungsakademie veröffentlicht.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des 50. Workshops. (Bild öffnet sich in einem neuen Fenster)

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des 50. Workshops.

Eröffnung und Begrüßung im Seminarzentrum Reichenau. (Bild öffnet sich in einem neuen Fenster)

Eröffnung und Begrüßung im Seminarzentrum Reichenau.

Die Verleihung des Großen Ehrenzeichens. (Bild öffnet sich in einem neuen Fenster)

Die Verleihung des Großen Ehrenzeichens.

Expertinnen und Experten diskutieren über Beitrittsperspektiven. (Bild öffnet sich in einem neuen Fenster)

Expertinnen und Experten diskutieren über Beitrittsperspektiven.

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