Das Seminar Umfassende Landesverteidigung an der Landesverteidigungsakademie
An der Landesverteidigungsakademie fand ein eintägiges Seminar zur Umfassenden Landesverteidigung am 19. Mai 2026 statt. Die Veranstaltung richtete sich an interessierte Ressortangehörige.
Der Kommandant der Landesverteidigungsakademie, Generalmajor Friedrich Schrötter, wies in seinen Begrüßungsworten auf den hohen Stellenwert der Umfassenden Landesverteidigung mit ihren Teilbereichen der geistigen, militärischen, zivilen und wirtschaftlichen Landesverteidigung hin.
Die Notwendigkeit der Umfassenden Landesverteidigung
Wolfgang Baumann, Sicherheitspolitischer Berater des Kommandanten der Landesverteidigungsakademie, gab einen Überblick über die Entstehungsgeschichte der Umfassenden Landesverteidigung und ihre aktuelle Struktur. Besonders hervorgehoben wurden die Leistungen der Landesverteidigungsakademie für die Umfassende Landesverteidigung.
Die militärische Landesverteidigung
Als Seminarleiter erläuterte Generalmajor i.R. Peter Fender die militärische Landesverteidigung mit besonderem Fokus auf den Aufbauplan 2032+ des Bundesheeres. Weiters informierte er über die legistischen Grundlagen der Umfassenden Landesverteidigung in all ihren Teilbereichen.
Oberst des Generalstabsdienstes Ernst Schwarzenbacher, Leiter des Referats Staatliches Krisen- und Katastrophenschutzmanagement sowie Internationale Humanitäre- und Katastrophenhilfe im Bundesministerium für Landesverteidigung, erläuterte die wichtige Rolle der Verbindungsoffiziere in der Umfassenden Landesverteidigung. Diese würden bei Bedarf von den Militärkommanden in zivile Einrichtungen entsandt, um die zivil-militärische Koordination und den Informationsfluss sicherzustellen sowie zivile Stellen zu beraten.
Die zivile Landesverteidigung
Generalmajor i.R. Peter Fender referierte darüber hinaus über die zivile Landesverteidigung und ihr Verhältnis zur Umfassenden Landesverteidigung. Im Fokus standen Maßnahmen des Zivilschutzes und des Einsatzes von (Zivil-)personal für die zivile Landesverteidigung.
Gerald Pracherstorfer aus dem Bundesministerium für Inneres stellte das Bundeslagezentrum vor, dessen Aufgabe die Beobachtung, Analyse und Bewertung von aktuellen Entwicklungen ist, um Bedrohungen frühzeitig zu erkennen. Das Bundeslagezentrum erstellt Lagebilder, die über aktuelle Ereignisse berichten, sowie Lageberichte, die zukünftige Entwicklungen analysieren.
Die wirtschaftliche Landesverteidigung
Georg Manlik aus dem Bundesministerium für Wirtschaft, Energie und Tourismus erläuterte die Maßnahmen seines Hauses im Bereich der wirtschaftlichen Landesverteidigung. Im Zentrum seiner Ausführungen standen dabei die relevanten Gesetze zur Sicherstellung der Güterversorgung für die Bevölkerung und Unternehmen Österreichs sowie Zuständigkeiten und Handlungsabläufe im Fall einer Krise.
Die geistige Landesverteidigung
Jan Sisko, Grundsatzabteilung der Sektion Allgemeinbildung und Berufsbildung des Bundesministeriums für Bildung, informierte über die Vermittlung der geistigen Landesverteidigung an Schulen. Diese geschehe vor allem im Unterrichtsfach "Politische Bildung", wo demokratische Werte vermittelt werden und über die Notwendigkeit diese zu schützen, informiert wird. Sorge bereitet dabei die Gefahr einer Militarisierung der Schulen.
Abschließend hielt Oberst Christian Hollerer einen Vortrag über den Beitrag des Bundesministeriums für Landesverteidigung zur geistigen Landesverteidigung. Der Fokus lag dabei auf der Rolle der Informationsoffiziere und den Lehrkräften, die als externe Informationsoffiziere tätig sind.