Besuch des Sprachinstituts des Bundesheeres bei der Sprachenschule der italienischen Landstreitkräfte
Als Vertreterin des Sprachinstituts des Bundesheeres besuchte Sophie Dalmasso von 18. bis 21. Mai die Scuola Lingue Estere dell'Esercito in Perugia, Italien.
Ziel des Besuchs war es, einerseits die mögliche Zusammenarbeit in der militärischen Sprachausbildung – insbesondere im Bereich Italienisch – wiederzubeleben, die bestehende Zusammenarbeit, wie zum Beispiel im Bereich der digitalen Lehre, zu vertiefen und andererseits neue gemeinsame Projekte anzustoßen.
Sprachkompetenz in den italienischen Landstreitkräften
Die Sprachschule in Perugia hat in den letzten drei Jahren umfassende und tiefgreifende Veränderungen durchlaufen. Die Grundstruktur ist zwar unverändert geblieben, jedoch wurde das Lehrerkollegium entsprechend erweitert, um ein breiteres Wissensspektrum, sowohl in Englisch als auch in anderen Fremdsprachen, abzudecken. Hierzu gehören vor allem die Interkulturalität und die Förderung des Italienischen als Fremdsprache.
Neben der Präsentation der Schule und der Kursformate konnten aktuelle Lehrveranstaltungen besucht werden. Besonders informativ war die Beobachtung des "Italienisch-als-Fremdsprache-Unterrichts" mit Teilnehmenden aus aller Welt, die aktuell eine Sprachausbildung in Perugia erhalten, um in weiterer Folge am italienischen Generalstabskurs am Istituto Superiore di Stato Maggiore Interforze teilnehmen zu können.
Italienisch als Fremdsprache im Fokus im Österreichischen Bundesheer
Auch beim Österreichischen Bundesheer spielt die Italienischausbildung seit 2022 eine wichtige Rolle. Aufgrund der Einführung des mittleren Transporthubschraubers AW 169 "Lion" und des vorgesehenen Ankaufs der M-346FA Jets des italienischen Herstellers Leonardo werden durch das Sprachinstitut vermehrt Experten und Techniker in der italienischen Sprache ausgebildet. Zusätzlich lernen die österreichischen Eurofighter-Piloten seit Jahren Italienisch, um in Lecce an der Eurofighterausbildung teilnehmen zu können.
Vielseitige Zusammenarbeit angedacht
Der Arbeitsbesuch bot eine wertvolle Gelegenheit, um Einblicke in die Unterrichtspraxis der Scuola Lingue Estere dell'Esercito zu gewinnen und sich über didaktische Ansätze, organisatorische Rahmenbedingungen und mögliche Formen künftiger Zusammenarbeit auszutauschen. Ein Sprachenprojekt soll die gemeinsame Intensivierung der Italienisch-, Deutsch- und Englischausbildung darstellen. Darüber hinaus sollen die gemeinsamen Erfahrungen in der digitalen Lehre sowie mit der künstlichen Intelligenz in der militärischen Sprachausbildung beleuchtet werden. Im Herbst 2026 ist ein Gegenbesuch von Sprachexperten aus Perugia an der Landesverteidigungsakademie vorgesehen.