Internationales Seminar „Cyber English“: Stärkung der operativen Fachsprache im digitalen Raum
Das Sprachinstitut des Bundesheeres an der Landesverteidigungsakademie führte von 30. Juni bis 2. Juli 2026 bereits zum sechsten Mal eine Sprachfortbildung für Experten aus dem Cyber-Bereich durch. Das "Cyber English Seminar" zog insgesamt 19 Teilnehmer an, darunter österreichisches Militär- und Zivilpersonal sowie Gäste aus Litauen, Tschechien, Jordanien und Serbien. Ein entscheidender Erfolgsfaktor war wieder die Unterstützung durch zwei Cyber-Spezialisten der Vermont National Guard (USA), die als Lektoren im Rahmen des State Partnership Programms ihre Expertise nach Wien brachten.
Die Sprache der Sicherheit
In einer Welt, in der Bedrohungen keine Grenzen kennen, ist präzise Kommunikation und Beherrschung der Fachsprache im Bereich Cyber der Schlüssel zur Abwehr. Als Teil des Ausbildungsprogramms "Partnership Cooperation Menu (PCM)" diente das Seminar nicht nur dem Spracherwerb, sondern auch der Handlungsfähigkeit im Cyberraum. Generalmajor Friedrich Schrötter, der als Kommandant der Landesverteidigungsakademie das Seminar offiziell eröffnete, betonte in seiner Ansprache die wachsende Bedrohungslage im digitalen Raum und die Notwendigkeit eines internationalen Austauschs im Bereich Cyber.
Vom Angriffsschema zum Einsatzbefehl
Ziel des Seminars war es, Fachkräfte darin zu schulen, komplexe cyber-taktische Sachverhalte sicher, schnell und effektiv in englischer Sprache zu verstehen und wiedergeben zu können, um eine sichere Nutzung der Fachsprache in typischen Situationen eines Cybereinsatzes zu gewährleisten.
Hinsichtlich der Lehrinhalte lag der Fokus dieses Jahr gezielt auf operativen Themen, die direkt aus dem aktuellen Cyber-Gefechtsfeld stammen und gemeinsam mit der Direktion IKT & Cyber festgelegt wurden. In den drei Tagen standen somit Cyber Operations und Cyber Kill Chain, die den Umgang mit Angriffsketten im Cyberraum und deren Unterbrechung beschreibt, sowie für den Cyberraum spezifische Befehlsformate und Lagevorträge im Mittelpunkt.
Ein Highlight für die Kursteilnehmer bildete dabei die direkte Interaktion mit den Experten der Vermont National Guard, die nicht nur die sprachlichen Fähigkeiten der Teilnehmer förderten, sondern Einblicke in die Einsatzrealität ermöglichten. Ergänzt wurden diese Ausführungen durch Clemens Edlinger, der als Vertreter des Militärischen Cyberzentrums mit den Teilnehmern die Thematik des Cyber Kill Chain vertiefte und auf Taktiken und Techniken zur Bekämpfung von Cyberangriffen einging.
Fachsprache als Schlüssel internationaler Kooperation
In militärischen Kontexten sind sprachliche Ungenauigkeiten nicht nur Quellen für Missverständnisse, sondern potenzielle operationale Schwachstellen. Fachsprachliche Seminare schaffen hier eine entscheidende Grundlage für den Erfolg: Sie standardisieren Begriffe und Konzepte über nationale Grenzen hinweg. Während militärische Fähigkeiten die Basis bilden, ermöglicht erst die gemeinsame, präzis definierte Terminologie eine reibungslose Interoperabilität in multinationalen Einsätzen. Das Cyber English Seminar stellt somit einen wesentlichen Beitrag für die Handlungsfähigkeit und Effektivität verbündeter Streitkräfte im digitalen Zeitalter dar.