Vortrag: „Macht – Raum – Politik. Die USA und Russland im historisch-geopolitischen Vergleich“
Felix Schneider, Historiker am Institut für Strategie und Sicherheitspolitik (ISS) an der Landesverteidigungsakademie, lud am 15. September 2026 zu einem ebenso spannenden wie weltpolitisch brisanten Vortrag in die Sala Terrena der Landesverteidigungsakademie ein. Schneider zeigte die großen entwicklungspolitischen Linien des 18.– 21. Jahrhunderts auf und setzte diese in einen aktuellen geopolitischen Kontext.
Die geopolitischen Player USA und Russland
Spätestens seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurden (und werden) die Geschicke der Welt maßgeblich von den beiden zentralen Kräften der Weltpolitik, USA und Russland (mit)bestimmt. Wenn auch die einstige Supermacht UdSSR in Form ihrer Rechtsnachfolgerin, der Russischen Föderation, heute nicht mehr über jene territoriale Ausdehnung verfügt wie einst die Sowjetunion, verkörpert sie doch weiterhin den flächenmäßig größten Staat dieses Planeten.
Supermacht USA
Die USA stellen heute die einzig verbliebene wirkliche Supermacht dar und sind auch technisch und wirtschaftlich (noch) die Nr. 1 der Welt. Das militärische Abschreckungspotenzial der Russischen Föderation bleibt allerdings aufgrund ihrer erheblichen nuklearen Kapazitäten weiterhin enorm.
Entstehung der Weltmächte
Schneider ging in seinen Ausführungen der Frage nach, wie diese beiden Giganten eigentlich entstanden sind. Welcher historische Werdegang lag ihrer jeweiligen heutigen Bedeutung zugrunde? Dabei zeigte der Historiker auf, dass beide Staaten über ganz spezielle historisch-wirtschaftliche, vor allem aber auch geographische Parameter verfügen, die ihre Geschichte maßgeblich mitbestimmt haben.
Mischung aus aktueller und historischer Geopolitik
Methodisch ging der Vortragende auf zwei Ebenen vor: Auf der einen Seite präsentierte er im Rahmen der wichtigsten geographischen, demographischen und sicherheitspolitischen Parameter aktuelle Zahlen zu Wirtschaft, Militär und Gesellschaft und stellte so dem Publikum einen informativen Sockel an Daten zur Verfügung, freilich nicht ohne deren historische Hintergründe zu beleuchten.
Zurück zu den Ursprüngen
Schneider reiste schließlich mit seinem Publikum "Back to the Roots", also quasi zurück zu jenen Zeitpunkten in der Geschichte, als beide Staaten ihre ersten "Gehversuche" auf der Weltbühne unternahmen. In dem Kapitel "Aufstieg zur Weltmacht" führte er durch die Geschichte vieler Jahrhunderte bis in die Gegenwart. Besonderen Wert legte er auf die Entwicklungen der beiden Gesellschaften Russlands und der USA, die sich völlig konträr entwickelt haben.
Zum Schluss ließ Felix Schneider die wichtigsten historischen Mythen und Traumata jener beiden Nationen Revue passieren, die (zumindest) das 20. Jahrhundert so entscheidend geprägt haben.