Symposium „Interkulturalität und Militär“ an der Landesverteidigungsakademie
Wie können Streitkräfte mit einer zunehmend vielfältigen Gesellschaft umgehen und welchen Beitrag können sie zur Integration leisten? Mit diesen und weiteren Fragen beschäftigte sich das zweitägige Symposium "Interkulturalität und Militär", das am 16. und 17. September 2026 an der Landesverteidigungsakademie stattfand.
Kooperation mit Deutschland und der Schweiz
Die Veranstaltung wurde in Kooperation mit dem Zentrum Innere Führung der Bundeswehr und der Militärakademie der Schweiz an der ETH Zürich durchgeführt. Vertreterinnen und Vertreter aus Österreich, Deutschland und der Schweiz sowie zahlreiche Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Verwaltung und Praxis nutzten das Symposium zum internationalen Austausch über den Zusammenhang von Migration, Gesellschaft und Streitkräften.
Im Mittelpunkt stand zunächst ein Vergleich der Entwicklungen und Rahmenbedingungen in den drei Ländern. Dabei wurden unterschiedliche Erfahrungen im Umgang mit Migration sowie die Bedeutung von Bildung und gesellschaftlicher Teilhabe thematisiert. Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Frage, welche Rolle Streitkräfte bei der Integration von Menschen mit unterschiedlichen kulturellen und gesellschaftlichen Hintergründen spielen können.
Präsentation internationaler Forschungsergebnisse
Einblicke in den aktuellen Forschungsstand boten Beiträge zu internationalen Studien über Vielfalt in Streitkräften. Ergänzend wurden Forschungsergebnisse aus der Schweiz zum Verhältnis von Migration und Militär wie auch die Ergebnisse der Studie "Vielfalt in den Streitkräften" des Österreichischen Bundesheeres vorgestellt.
Die Untersuchung zeigt, dass Soldatinnen und Soldaten vergleichsweise selten von negativen Erlebnissen oder Ausgrenzung im Zusammenhang mit kultureller Vielfalt berichten. Gleichzeitig werden die Chancen und positiven Aspekte einer vielfältigen Zusammensetzung der Streitkräfte deutlich wahrgenommen. Unterschiede zeigen sich insbesondere beim Umgang mit kulturellen Unterschieden: Grundwehrdienerinnen und Grundwehrdiener geben hier eine höhere Unsicherheit an.
Die Studienergebnisse wurden im Rahmen des Symposiums mit Blick auf mögliche Schlussfolgerungen für Ausbildung und Führung sowie für die Personalgewinnung und -auswahl diskutiert. Dabei ging es insbesondere um die Frage, wie Führungskräfte im Umgang mit Vielfalt unterstützt und entsprechende Kompetenzen bereits in der Ausbildung und Personalmaßnahmen berücksichtigt werden können.
Erfahrungsaustausch mit Soldaten
Auch persönliche Erfahrungen flossen im Rahmen des Symposiums ein. Soldaten mit Migrationshintergrund berichteten über ihre individuellen Erfahrungen innerhalb der Streitkräfte und diskutierten mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern über Fragen der Zugehörigkeit, Identität und Integration. Die persönlichen Erfahrungsberichte ergänzten die wissenschaftlichen Beiträge um eine unmittelbare Perspektive aus der militärischen Praxis. Ein weiterer Programmpunkt war die Vorführung des Films "Echte Schweizer" des Regisseurs Luka Popadić, an die sich eine Diskussion mit dem Publikum anschloss. Das Symposium bot damit eine internationale Plattform für den Austausch von Erfahrungen, wissenschaftlichen Erkenntnissen und praktischen Perspektiven.