Besuch einer deutschen Delegation an der Landesverteidigungsakademie
Für Vorträge zu aktuellen sicherheitspolitischen Themen war am 22. September 2026 die 1. Inspektion der Offiziersschule der Luftwaffe der Deutschen Bundeswehr zu Gast an der Landesverteidigungsakademie. Peter Simbrunner, derzeit mit der Führung beauftragte Leiter der Führungsabteilung der Landesverteidigungsakademie, begrüßte die Delegation und informierte über die Geschichte der höchsten Ausbildungs- und Forschungsstätte des Österreichischen Bundesheeres sowie über ihre Organisation und ihre Aufgaben. Er betonte den Lehrauftrag der Akademie, die Forschungstätigkeit der unterschiedlichen Institute und die erbrachten Unterstützungsleistungen.
Europa und die Bedrohung durch Russland
Christoph Bilban, Forscher am Institut für Friedenssicherung und Konfliktmanagement, widmete seine Präsentation dem Thema Europa und die Bedrohung durch Russland. Bilban begann seinen Vortrag mit einem zeithistorischen Überblick zur maximalen Ausdehnung des russischen Zarenreichs und wie diese "mentale Grenze" Russlands auch heute noch die Politik und Wirtschaft prägt. Der Forscher ging auf die Politikwissenschaftler Sergej Karaganov und Dimitry Trenin ein und erörterte deren Standpunkte. Bilban widmete sich dem sogenannten Informationskrieg und wie dieser sowohl die russische als auch die europäische Bevölkerung betrifft. Am Ende seiner Ausführungen nannte er noch mehrere Beispiele, die mögliche Absichten Russlands gegenüber Europa aufzeigen.
Die zukünftige Ausbildung des Österreichischen Bundesheeres
Brigadier Siegward Schier, stellvertretender Leider der Direktion 3, informierte die Besucher über die zukünftige Ausbildung des Österreichischen Bundesheeres. Zu Beginn erörterte Brigadier Schier die militärstrategischen Rahmenbedingungen, wie Österreichs Neutralität, die Mitgliedschaft in der Europäischen Union oder die Wehrpflicht, und wie diese Gegebenheiten mit der aktuellen Lage und der zukünftigen Ausbildung vereinbar sind. Er berichtete über die Entwicklungen der letzten Jahrzehnte und betonte, dass die nationale Komponente wieder stärker ins Blickfeld gerückt wurde und der Fokus auf dem Aufbau eines flexiblen und komplexen Systems lag.
Der Vortragende informierte über den Aufbauplan 2032+ und über den hohen Stellenwert einer fundierten Ausbildung. Brigadier Schier referierte über den Aufbau und die Struktur der zukünftigen Ausbildung des Österreichischen Bundesheeres, sowohl in Friedenszeiten als auch während Krisenzeiten, und erklärte, dass hierfür die neue Einheit "Ersatz Organisation" ins Leben gerufen wurde. Ein vor kurzem durchgeführtes Wargame galt der Überprüfung der bisherigen Arbeit und dieses konnte die Kompetenzen der neu geschaffenen Einheit bestätigen und, dass die Ausbildung des Österreichischen Bundesheeres auf einem sehr guten Weg ist.