Festveranstaltung zum Europäischen Tag der Sprachen an der Landesverteidigungsakademie
Der "Europäische Tag der Sprachen" wurde im Rahmen eines Festaktes an der Landesverteidigungsakademie gefeiert. Unter dem Leitgedanken "Sprachen verstehen – Kulturen verbinden" stand die Veranstaltung im Zeichen der sprachlichen und kulturellen Vielfalt. Zahlreiche Gäste aus dem Militär, dem Bundesdienst, der Wirtschaft, der Forschung sowie der österreichischen Bildungslandschaft nahmen daran teil. Unter den Anwesenden befanden sich Sprachlehrkräfte, Dolmetschende, Übersetzende sowie Sprachexpertinnen und -experten. Auch eine Schulklasse der Höheren Lehranstalt für wirtschaftliche Berufe Wien 19, Straßergasse, einer Partnerschule der Landesverteidigungsakademie, war bei der Veranstaltung anwesend.
Sprachideologien und Sprachdynamik
Zu den Programmpunkten zählten Fachvorträge von Sprachwissenschaftlern der Universität Wien und der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Unter dem Titel "Sprachideologien: Sand und Öl im Getriebe des gesellschaftlichen Austausches" erläuterte Jürgen Spitzmüller aus soziolinguistischer Sicht, wie gesellschaftliche Vorstellungen von "richtiger" oder "normierter" Sprache funktionieren.
Wolfgang Koppensteiner stellte in seinem Fachvortrag "Sprachdynamik des Deutschen: nationale und internationale Perspektiven" das Projekt "Sprachdynamik in Österreich" vor. Dabei befasste er sich mit der Sprachvariations- und Sprachwandelforschung in Bezug auf die deutsche Sprache österreichischer Prägung unter Rückgriff auf die Korpora des Austrian Centre for Digital Humanities. Er verdeutlichte den Stellenwert und den Wandel der deutschen Standardsprache, traditioneller Dialekte und der regionalen Umgangssprache in Österreich.
Forschungsprojekt: "Kulturen deuten, verstehen und reflektieren"
Im zweiten Teil der Veranstaltung stellte Robert Rozinsky, Leiter des Referats "Deutsch" am Sprachinstitut des Bundesheeres, seine aktuelle Publikation "Kulturen deuten, verstehen und reflektieren" vor. Das Forschungsprojekt zum kulturreflexiven Lernen im Fremdsprachenunterricht zeigte zum einen die Vielschichtigkeit gesellschaftlich-kultureller Phänomene und Formen des kulturbezogenen Lernens. Zum anderen schufen die Forschungsergebnisse die Grundlage für eine didaktisch-methodische Umsetzung des kulturreflexiven Lernansatzes in der Fremdsprachenausbildung des Österreichischen Bundesheeres.
Ehrung von Sprachtrainerinnen und Sprachtrainern
Fünf Sprachtrainer des Österreichischen Bundesheeres wurden für hervorragende Leistungen in der Sprachförderung geehrt. Die Ehrung erfolgte zu den Klängen des Traditionsmarsches der Landesverteidigungsakademie, Franz Schuberts Militärmarsch Nr. 1, gespielt von der Gardemusik. Drei Trainer für Englisch, eine Trainerin für Deutsch und ein Trainer für Tschechisch erhielten das Sprachtrainerabzeichen des Österreichischen Bundesheeres.
Den würdevollen Abschluss der Veranstaltung bildete die Europahymne. Damit wurde die Bedeutung des Europäischen Tages der Sprachen als Zeichen für sprachliche Vielfalt, gegenseitige Verständigung und den Spracherwerb in einem gemeinsamen Europa hervorgehoben.