51. Workshop der Studiengruppe „Regional Stability in South East Europe”
Vom 21. bis 24. September 2026 fand in der bosnischen Hauptstadt Sarajewo der 51. Workshop der "Study Group Regional Stability in South East Europe" statt. Unter dem Titel "Spotlight on Southeast Europe's EU Integration – What Remains of Democratization and Peace-Building?" befasste sich der Workshop mit der EU-Integration Südosteuropas. Die Studiengruppe beobachtet im Rahmen des "PfP Consortium of Defense Academies and Security Studies Institutes" die politische Entwicklung der Staaten des Westbalkans. Der 51. Workshop widmete sich insbesondere den Veränderungen der transatlantischen Beziehungen zwischen der EU und den USA und deren Auswirkungen auf den Westbalkan.
Das transatlantische Bündnis auf dem Prüfstand
Das politische Interesse der Vereinigten Staaten am Westbalkan ist auf einem historischen Tief angelangt und wich unter Donald Trumps zweiter Amtszeit zunehmend wirtschaftlichen Interessen. Dennoch wirken die USA weiterhin als wichtigster Sicherheitsgarant in der Region.
Eine erste Schlussfolgerung des Workshops war die Feststellung, dass das derzeitige Auftreten der USA am Westbalkan jenem Chinas ähnele: einem steigenden sicherheitspolitischen Desinteresse stehe ein zunehmender Fokus auf die wirtschaftlichen Interessen der jeweiligen Eliten gegenüber. Eine politisch stabile Balkanregion sei dafür Voraussetzung.
Geopolitische Player am Westbalkan
Im Gegensatz dazu profitiere Russland vor allem von politisch instabilen Balkanstaaten. Dies äußere sich in regelmäßigen hybriden Angriffen, Desinformationskampagnen und der Unterstützung antidemokratisch agierender Kräfte. Die EU wiederum sei derzeit weder gegenüber den USA noch gegenüber den Westbalkanstaaten imstande, eine klare, geschlossene und effiziente Haltung einzunehmen.
Lokalpolitischer Kontext
Ein Großteil der Westbalkanstaaten unterhält trotz der Spannungen zwischen der EU und den USA weiterhin gute bilaterale Beziehungen zu den Vereinigten Staaten. Das sinkende US-Interesse an der Sicherheits- und Regionalpolitik wird mit Sorge wahrgenommen. Daher wurde betont, dass eine oftmals unterschätzte Möglichkeit zur Stabilisierung der Region in einer verstärkten regionalen Zusammenarbeit von Mittel- und Kleinstaaten liege.
Ergebnisse
Die Ergebnisse des Workshops werden in den beiden zentralen Produkten der Studiengruppe, den "Policy Recommendations" und der "Study Group Information", von der Landesverteidigungsakademie veröffentlicht. Diese richten sich sowohl an politische Entscheidungsträger als auch an den sicherheitspolitisch forschenden Bereich.