Seminar zur Umfassenden Landesverteidigung an der Landesverteidigungsakademie
An der Landesverteidigungsakademie fand am 6. Oktober 2026 ein eintägiges Seminar zur Umfassenden Landesverteidigung (ULV) statt, an dem unter anderem Bezirkshauptfrauen und -männer sowie Referenten der Bezirkshauptmannschaften Österreichs, Militärkommandanten und deren Verbindungsoffiziere teilnahmen.
Verteidigungsministerin Klaudia Tanner und der Kommandant der Landesverteidigungsakademie, Generalmajor Friedrich Schrötter, wiesen in ihren Begrüßungsworten auf den hohen Stellenwert der Umfassenden Landesverteidigung mit ihren Teilbereichen der Geistigen, Militärischen, Zivilen und Wirtschaftlichen Landesverteidigung hin.
Die Notwendigkeit der Umfassenden Landesverteidigung
Wolfgang Baumann, Sicherheitspolitischer Berater des Kommandanten der Landesverteidigungsakademie und ehemaliger Generalsekretär im Bundesministerium für Landesverteidigung, gab einen Überblick über die Entstehungsgeschichte der Umfassenden Landesverteidigung und ihre aktuelle Struktur. Besonders hervorgehoben wurden die Leistungen der Landesverteidigungsakademie für die Umfassende Landesverteidigung.
Die Militärische Landesverteidigung
Generalleutnant Bruno Hofbauer, Leiter der Direktion Fähigkeiten und Grundsatzplanung, erläuterte die Militärische Landesverteidigung mit besonderem Fokus auf den Aufbauplan 2032+ des Österreichischen Bundesheeres. Gleichzeitig hob er die Wichtigkeit einer gesamtstaatlichen Abstimmung in einer Zeit der globalen Unsicherheit hervor. Weiters informierte Generalmajor i. R. Peter Fender als Seminarleiter über die legistischen Grundlagen der Umfassenden Landesverteidigung und all ihrer Teilbereiche.
Die Zivile Landesverteidigung
Am Nachmittag informierte Gerald Prachersdorfer, stellvertretender Leiter der Abteilung Bundeskrisensicherheit im Bundesministerium für Inneres, über die Zivile Landesverteidigung und ihr Verhältnis zur Umfassenden Landesverteidigung. Im Fokus standen das Bundeslagezentrum der Regierung sowie das Zusammenwirken des Staatlichen Krisen- und Katastrophenschutzmanagements mit dem Bundes-Krisensicherheitsgesetz.
Die Wirtschaftliche Landesverteidigung
Georg Manlik aus dem Bundesministerium für Wirtschaft, Energie und Tourismus erläuterte die Maßnahmen im Bereich der wirtschaftlichen Landesverteidigung. Im Zentrum seiner Ausführungen standen dabei die relevanten Gesetze zur Sicherstellung der Güterversorgung für die Bevölkerung und Unternehmen Österreichs sowie Zuständigkeiten und Handlungsabläufe im Fall einer Krise.
Die Geistige Landesverteidigung
Kristina Mandl, Gruppenleiterin des Bundesministeriums für Bildung, informierte darüber, wie die Geistige Landesverteidigung im Hinblick auf die Vermittlung von demokratischen Werten und die Notwendigkeit, diese zu pflegen und zu schützen, in den Schulen Österreichs integriert ist.
Ausblick und Aktivitäten der Militärkommanden
General Harald Vodosek, Chef des Generalstabes, gab abschließend einen Ausblick über die Entwicklung des Österreichischen Bundesheeres im Rahmen des Aufbauplans 2032+ in den kommenden Jahren. Ein starkes Bundesheer sei kein Selbstzweck, sondern eine wichtige Voraussetzung für den Schutz der Republik Österreich und ihrer Demokratie. Ebenso sei eine breit angelegte sowie zwischen Bund, Ländern und Gemeinden gut abgestimmte Umfassende Landesverteidigung erforderlich, um diesen Schutz sicherstellen zu können. Ergänzend dazu gaben Brigadier Georg Härtinger, Militärkommandant Niederösterreichs, Brigadier Gernot Gasser, Militärkommandant des Burgenlandes, sowie der stellvertretende Katastrophenschutzreferent des Landes Kärnten einen Einblick in die Aktivitäten im Rahmen ihrer jeweiligen Zuständigkeitsbereiche.