Vortragsabend: 80 Jahre Kalter Krieg (III) – Korea, Stalins Tod und Österreichs Freiheit (1950–1955)
Felix Schneider, Historiker am Institut für Strategie und Sicherheitspolitik an der Landesverteidigungsakademie, lud am 13. Oktober 2026 zu seinem dritten Vortrag aus der Reihe "80 Jahre Kalter Krieg" in die Sala Terrena der Landesverteidigungsakademie. Schneider setzte an diesem Abend drei Themenschwerpunkte: Korea, Stalins Tod und Österreichs Freiheit.
Der Koreakrieg (1950–1953)
Zu Beginn des Vortragsabends richtete Schneider den Fokus auf den Krieg in Korea. Dieser Konflikt reicht mit seinen vielfältigen politischen und militärischen Nachwirkungen bis in die Gegenwart und bedarf deshalb einer näheren historischen Analyse zum Verständnis des Kalten Krieges. Der Koreakrieg gilt nicht nur als erster "heißer" Stellvertreterkrieg zwischen Ost und West, sondern wurde – zumindest im westlichen Narrativ, insbesondere in den USA – bald auch zum "vergessenen Krieg". Damit stellt er einen gesellschaftspolitischen Counterpart zum Konflikt in Vietnam dar.
Josef Stalin (1878–1953)
Der sowjetische Diktator Josef Stalin verstarb am 5. März 1953. Stalin zählte zu den politisch prägendsten Figuren dieser Zeit. Mit seinem Tod endete eine ganze Ära, die als "Stalinismus" bekannt und berüchtigt wurde. Schneider ging in seinen Ausführungen darauf ein, was es mit Stalins "tagelangem Tod" auf sich hatte und was sein Tod innen- und außenpolitisch für die Sowjetunion bedeutete. Auch die Rolle seiner unmittelbaren politischen Nachfolger, Malenkow, Beria, Molotow und Chrustschow, im Rahmen der neuen kollektiven Führung der Sowjetunion wurde beleuchtet. Der Vortragende zeigte dabei auf, welche Auswirkungen die sowjetischen Reformen auf das Verhältnis zum Westen hatten.
Österreichs Freiheit (1955)
Schneider beendete seinen Vortrag mit der Aufarbeitung eines Ereignisses, das für die Zweite Republik von existenzieller Bedeutung war und ist. Unmittelbar nach Stalins Tod setzte ein leichtes Tauwetter zwischen West und Ost ein. Die österreichische Diplomatie nutzte dies geschickt, um die ins Stocken geratenen Staatsvertragsverhandlungen wieder in Gang zu bringen. Am 15. Mai 1955 wurde im Marmorsaal des Oberen Belvedere in Wien schließlich jenes Dokument unterzeichnet, das die Grundlage für die nach 17 Jahren wiedererlangte Souveränität Österreichs darstellt – der österreichische Staatsvertrag.