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Beiträge zur Medical Anthropology, Band 2

Kulturelle und medizinische Traditionen

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Beiträge zur Medical Anthropology, Band 2: Kulturelle und medizinische Traditionen 279 Seiten / 7.99 MB PDF ansehen
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Vorwort

Im zweiten Band der Beiträge zur Medical Anthropology werden Themen kultureller und medizinischer Traditionen behandelt. Diese Studien decken die zentralen Anliegen der Medizinischen Anthropologie ab: Krankheit, Heilung, medizinische Versorgung und Anwendung technischer Hilfsmittel in den unterschiedlichen Gesellschaften.

Tradition ist die Informationsweitergabe über die Generationen. Das menschliche Gehirn ist für die Speicherung und Weitergabe von Informationen bestens gerüstet. Über Sprache und Schrift können Daten über Jahrtausende weitergereicht werden. Dem gegenüber steht die Fragilität der elektronischen Speichermedien, denen einer der Entwickler des Internets in naher Zukunft den kompletten Zusammenbruch vorhersagt. Vor ein paar Wochen machte das der Besuch eines Konzertes unter der Leitung von René Clemencic klar: die Aufführung von Musikstücken aus der Renaissance ist offenbar ohne digitale Informationsweitergabe möglich.

Die Verwendung der Mistel in der heutigen medizinischen Therapie hat wohl auch ihre Wurzeln in der Anerkennung dieser Pflanze als Heiligtum der keltischen Druiden in Westeuropa (B. Cunliffe: Druids. A Very Short Introduction. Oxford University Press, Oxford 2010).

Ob man nun die Weitergabe von Informationen über lange Zeiträume als soziologisches Phänomen betrachten will oder mit Richard Dawkins (The Selfish Gene) die Meme Theorie als Erklärung verwendet, ist umstritten.

Jedenfalls sind in der Biologie etliche Phänomene mit der Replikation und Weitergabe von Informationen verbunden: das Genom als Informationsspeicher, das Transkriptom als Informationsüberträger, die Viren und die Prionen. Auch komplexe biologische Strukturen wie das Immunsystem (immunologisches Gedächtnis) und das Zentralnervensystem bringen diese Leistungen. Das Gehirn hat sich in der Evolution der Wirbeltiere als besonders wertvoll erwiesen. Unabhängig voneinander sind zwei akustische Kommunikationssysteme für die Weitergabe von Informationen entstanden. Das Erlernen der Sprache in der Kindheit des Menschen und die Weitergabe von Gesängen bei Singvögeln beruhen auf vergleichbaren Hirnstrukturen, entstanden durch die Wirkung vergleichbarer Gene.

Jedenfalls kann man optimistisch in die Zukunft blicken. Traditionen werden gepflegt, können im Licht neuerer Erkenntnisse überprüft und so oder korrigiert weiter gegeben werden. Die Beschäftigung mit kulturellen und medizinischen Traditionen liefert wertvolle wissenschaftliche Ergebnisse.

Wie im vorliegenden Band zu erkennen, scheint die schriftliche Weitergabe von Informationen ungebrochen wichtig und in der klassischen Form - dem Buch - unentbehrlich.

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