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Rundschau

Österreich: Agusta AB.212 absolviert 100 000. Flugstunde

Der Transporthubschrauber AB.212 mit der Dienstbezeichnung 5D+HB hat am 27. Juni 2006 die 100 000. Flugstunde für das beim Österreichischen Bundesheer seit 1980 in Dienst stehende Transporthubschraubersystem Agusta Bell AB.212 absolviert.

Dieses Ereignis war Anlass für eine kleine Feier mit einem erfreulichen Ausblick: Um für die nächsten 20 Einsatzjahre gerüstet zu sein, wird die AB.212-Flotte in den nächsten Jahren einer umfangreichen Modernisierung unterzogen werden, deren Kernpunkt die Ausstattung mit einem neuen Glascockpit (ein Cockpit, welches statt der herkömmlichen Analog-Instrumente Multifunktions-Farbdisplays verwendet) sein wird. Der Kommandant des Fliegerregimentes 3, Oberst Andreas Putz, der die AB.212 seit ihrer Einführung beim Bundesheer vor 26 Jahren fliegt, ist von den Qualitäten dieses Typs überzeugt: "Der Hubschrauber hat sich bei allen militärischen Aufgabenstellungen wie auch im Katastropheneinsatz bestens bewährt." Die AB.212 werde auch in den kommenden 20 Jahren das Rückgrat der Transporthubschrauberflotte des Bundesheeres bilden, betonte Oberst Putz.

Die Entscheidung für die Beschaffung der AB.212 als Ergänzung bzw. Nachfolger für die AB.204B fiel 1978; die Auslieferung von 24 Maschinen erfolgte 1980. Aktuell verfügt das Bundesheer über 23 Stück dieses Transporthubschraubers, mit dem bis zu 14 Passagiere oder 2 200 Kilogramm befördert werden können. Die AB.212 gilt nicht nur als genügsames "Arbeitspferd", sie ist auch bei der Wartung wenig anspruchsvoll, wie sich besonders bei ihrer Verwendung in Auslandseinsätzen immer wieder zeigt. Oberst Ing. Franz Rath, Leiter der Fliegerwerft 3: "Wir benötigen für eine Flugstunde 6,6 Technikstunden! Damit sind wir von der Wartungsseite her im Spitzenfeld." Gewartet werden die Hubschrauber in der Fliegerwerft 3 in Hörsching, deren Techniker dafür sorgen, dass der Klarstand der Hubschrauber in Friedenszeiten über 70 Prozent liegt. Bei Bedarf (im Einsatz- bzw. Katastrophenfall) kann dieser Klarstand auf mindestens 75 Prozent erhöht werden.

-Si-

Österreich: Hubschrauberflotte im Löscheinsatz

Aufgrund der überdurchschnittlich heißen und trockenen Witterung, die der heurige Juli mit sich brachte, entstanden an mehreren zum Teil höchst unwegsamen Orten Österreichs Waldbrände, die nur mit Hilfe der Hubschrauber des Österreichischen Bundesheeres unter Kontrolle gebracht werden konnten. Insgesamt waren die Heeresflieger an acht Brandorten im Einsatz.

Am späten Nachmittag des 18. Juli 2006 brach am Großsonnberg bei Taxenbach in Salzburg ein Waldbrand aus, der rasch um sich griff. Wenige Stunden später forderte die Bezirkshauptmannschaft Zell am See Bergführer der Jägerschule an, die in dem schwer zugänglichen, steilen Gelände auf 1 700 Meter Seehöhe für die Sicherheit der Löschkräfte sorgen sollten. Vom Fliegerhorst Aigen im Ennstal kamen die ersten beiden Hubschrauber SA.316B "Alouette" III zur Unterstützung. Nachdem die Einsatzkräfte den Brand in der Nacht nicht unter Kontrolle bringen konnten - bis zu den Morgenstunden des Folgetages standen bereits rund fünf Hektar Wald in Flammen - wurden zusätzliche Soldaten angefordert. Am 19. Juli standen damit 150 Helfer des Bundesheers - darunter 43 Soldaten der Jägerschule aus Saalfelden und vier Hubschrauber "Alouette" III - sowie Angehörige von Freiwilligen Feuerwehren im Löscheinsatz.

Feuer lodern in vier Bundesländern

Ebenfalls am 19. Juli ersuchten die Einsatzkräfte im oberösterreichischen Ebensee aufgrund eines rasch um sich greifenden Feuers um Unterstützung. Diesmal schickte das Heer eine AB.212 aus Hörsching, später auch einen der leistungsfähigeren S-70 "Black Hawk" aus Langenlebarn.

Am Wochenende vom 22. auf den 23. Juli spitzte sich die Lage schließlich dramatisch zu: Zusätzliche Brände waren in Imst in Tirol sowie in Spittal an der Drau, in Arnoldstein, am Hochobir sowie unterhalb der Eisenkappler Hütte und am Sattelnock im Gitschtal in Kärnten ausgebrochen. Das Bundesheer unterstützte die Feuerwehren an allen acht Brandherden mit Hubschraubern "Alouette" III aus Aigen und Schwaz, AB.212 aus Hörsching sowie S-70 "Black Hawk" aus Langenlebarn. Bis zum Abend des 23. Juli konnten mit Ausnahme von Arnoldstein alle Brände unter Kontrolle gebracht werden.

Glutnester flammen wieder auf

Wegen der anhaltenden Hitze und der fehlenden Niederschläge sind am 25. Juli die oberflächlich kaum wahrnehmbaren Glutnester an der Brandstelle in Ebensee erneut aufgeflammt; mittlerweile waren dort an die zwölf Hektar Wald betroffen. Auch der Brand, der einige Tage zuvor bei der nur wenige Kilometer davon entfernten Brombergalm getobt hatte, war wieder ausgebrochen. Je zwei "Alouette" III, AB.212 und "Black Hawk" kamen nun dort zum Einsatz. Weiters standen Feuerwehren und Heeres-Hubschrauber in Bleiberg im Kampf gegen die lodernden Flammen sowie in Imst, wo die Luftstreitkräfte die Hilfsmannschaften wieder mit einer "Alouette" III vom Stützpunkt Schwaz in Tirol unterstützten.

Insgesamt transportierte die Hubschrauberflotte des Bundesheeres bei diesen Löscheinsätzen rund 300 000 Liter Wasser - das entspricht einem Gewicht von 300 Tonnen. Mit dem "Black Hawk" kann ein 3 000 Liter (3 Kubikmeter) fassender Löschwasserbehälter transportiert werden, während die Löschwasserbehälter für die AB.212 ein Volumen von rund 500 Litern (0,5 Kubikmeter) aufweisen.

-si-

Österreich/Libanon/Zypern: "Hercules" holt EU-Bürger aus Larnaca

Von den dramatischen Ereignissen, die durch den israelischen Angriff gegen den Südlibanon ausgelöst wurden, waren auch zahlreiche Österreicher betroffen. Daher wurde das Bundesheer beauftragt, eine Evakuierungsmission zu planen. Die Flüge erfolgten mit einer C-130K "Hercules" der Lufttransportstaffel aus Hörsching.

Nur wenige Tage nach Beginn der israelischen Offensive gegen den Südlibanon und dem Einsetzen der Flüchtlingsströme wurde klar, dass sich unter den Hilfe suchenden EU-Bürgern auch Österreicher befanden. Das Außenministerium wurde umgehend tätig und ersuchte das Bundesheer um Unterstützung. Dieses stellte ein Transportflugzeug C-130K "Hercules" sowie ein Medical Team, bestehend aus Ärzten, Psychologen und Sanitätern, bereit. Die Lufttransportstaffel des Fliegerregimentes 3 erhielt den Auftrag, österreichische Staatsbürger aus dem Krisengebiet zu evakuieren.

Chronologie der Ereignisse

Am Samstag, den 15. Juli 2006 wurden die Flugplanungs- und -koordinierungszentrale, die Fliegertechnische Kompanie und die Lufttransportstaffel alarmiert und beauftragt, mit der Planung einer Evakuierungsmission für Österreicher aus dem Kriegsgebiet Südlibanon zu beginnen. Eine Landung in Beirut, um die Flüchtlinge direkt von dort auszufliegen, war aber nicht mehr möglich. Einerseits war der internationale Flughafen bereits von der israelischen Luftwaffe zerstört worden und andererseits verfügen die österreichischen Transportflugzeuge C-130K "Hercules" nach wie vor nicht über die für solche Einsätze nötige Selbstschutzausrüstung.

Die Flüchtlingsströme hatten bereits Wege gefunden, den Libanon zu verlassen, und so schlug sich die Masse der Österreicher selbstständig auf dem Seeweg bis nach Zypern durch. Somit wurde die Planung für eine Abholung aus Larnaca, der Hauptstadt Zyperns, in die Wege geleitet.

Nach Durchführung der Planungen, der Einholung aller Überfluggenehmigungen und dem endgültigen politischen "GO" startete am Abend des 17. Juli der erste von drei Shuttleflügen von Linz/Hörsching in Richtung Zypern. Am nächsten Tag sollten die ersten Österreicher ausgeflogen werden. Diese aber waren noch nicht in Larnaca eingelangt, und ihre Ankunft sollte sich auch noch um weitere zwei Tage verzögern. Deshalb wurde kurzerhand umdisponiert, und im Rahmen der Zusammenarbeit innerhalb der Europäischen Union wurden 22 italienische sowie 4 dänische Staatsbürger nach Wien geflogen. Solche Hilfeleistungen für andere EU-Bürger sind nicht ungewöhnlich, wurden doch kurz zuvor Österreicher von den italienischen Luftstreitkräften aus Zypern ausgeflogen.

Nach einer kurzen technischen Überprüfung und einem Crew-Wechsel flog die "Hercules" am 19. Juli abermals nach Larnaca, um Tags darauf 42 Österreicher und 4 Slowaken abzuholen. Beim dritten und letzten Flug konnten nochmals 25 Österreicher sowie 12 Spanier, 4 Portugiesen und 3 Italiener nach Wien transportiert werden.

Wertvolle Erfahrungen

Dies war der erste derartige Einsatz mit dem Transportflugzeug C-130K, wobei einige vorher unbekannte Faktoren auftraten, die daher bei der Vorbereitung eines solchen Einsatzes auch nicht in die Planung mit einfließen konnten. Die wesentlichsten Unwägbarkeiten betrafen den körperlichen und geistigen Zustand der Flüchtlinge. Generell benötigen verletzte oder verwundete Personen auch während des Fluges medizinische Betreuung. Personen, die nahe Verwandte verloren haben, bedürfen des psychologischen Beistandes. Bei diesem Einsatz wurden diese Aufgaben zwar von dem Medical Team vor Ort sowie von Botschaftsmitarbeitern wirklich ausgezeichnet wahrgenommen, grundsätzlich wäre aber anzustreben, ein kleines Notfallteam während des Fluges mit dabeizuhaben.

Auch die Feststellung der Identität der einzelnen Personen sowie alle notwendigen Formalitäten waren durch Botschaftsangehörige bereits zur Gänze erledigt worden und stellten daher für die Besatzungen keine Belastung mehr dar. Die Zusammenarbeit mit den zivilen Behörden und den Verantwortlichen vor Ort (Außenministerium und Botschaft) war hervorragend.

Aufgetretene Probleme

Auf die bereits bekannten und in dem Beitrag "Evakuierung mit der ‚Hercules‘" (TRUPPENDIENST, Heft 3/2006, Seite 266 ff.) beschriebenen Probleme, wie die schlechte Verbindung (mobiles Internet, Kurzwellenfunk), die Art und Verfügbarkeit der Verpflegung oder die fehlenden so genannten "Crew Cards" (spezielle Ausweise für das fliegende Personal, die auf einem internationalen Flughafen den Zutritt zum eigenen Flugzeug ermöglichen), muss hier nicht mehr im Detail eingegangen werden. Vielmehr zeigten sich beim Transport von Zivilpersonen ganz spezifische Probleme, die für künftige Einsätze beachtet bzw. gelöst werden müssen: - Eine wesentliche Schwierigkeit stellt der Transport von Schwangeren sowie von Klein- und Kleinstkindern dar. Die "Hercules" ist ein Kampfzonentransporter und deshalb sind auch die Sitzmöglichkeiten darauf ausgelegt, wobei der Sitzgurt genau über dem Bauch verläuft. Diese Konfiguration hätte bei einem Notfall für Schwangere lebensbedrohliche Folgen. Auch ein Rückhaltesystem für sehr junge Passagiere (vergleichbar mit den Kindersitzen für den PKW) ist nicht vorhanden. Hier besteht ein dringender Handlungsbedarf für die verantwortlichen Stellen!

- Weiters sollte das Medical Team sensibilisiert werden, was die Information der Besatzung über besondere Probleme oder Behinderungen der Passagiere anbelangt. Eine unverletzte, aber stark sehbehinderte Person ist für einen Arzt oder Sanitäter kein Problem, sehr wohl aber für die Loadmaster, die bei einem Notfall für die Evakuierung des Frachtraumes verantwortlich sind. Befindet sich eine blinde bzw. stark sehbehinderte Person unter den Passagieren, muss ihr jemand zur Seite gestellt werden, der ihr im Notfall aus dem Flugzeug hilft.

Zusammenfassung

Einige Tage nach Beginn der Kampfhandlungen im Südlibanon wurden mit drei Flügen insgesamt 67 Österreicher sowie 49 EU-Bürger anderer Länder aus Zypern ausgeflogen. Aufgrund der Zerstörung des Flughafens in Beirut und wegen der fehlenden Selbstschutzausrüstung der "Hercules" konnte keine Evakuierung aus dem unmittelbaren Krisengebiet durchgeführt werden; vielmehr erfolgte der Transport der Flüchtlinge von Zypern nach Österreich.

Neben den bereits bekannten Problemen, die nach wie vor einer Lösung harren, zeigten sich bei diesem Einsatz neue Schwierigkeiten, die im Hinblick auf ähnlich gelagerte Einsätze, wie sie jederzeit notwendig werden können, rasch bewältigt werden müssen.

-kri-

TRUPPENDIENST-Hefte seit 1990 im Intranet

Über das Intranet des BMLV haben nun alle Benutzer Zugriff auf sämtliche TRUPPENDIENST-Hefte seit 1990. Auf der Basis von eingegebenen Suchbegriffen (Stichwörtern) wird der Inhalt der Hefte durchsucht, und das Ergebnis kann wahlweise in einer "Nur-Text-Form" ausgedruckt oder der Beitrag selbst als .pdf-Datei angesehen und ausgedruckt werden.

Der Zugriff erfolgt über die Top Site "Medienauswertung" oder über die Seite der Zentraldokumentation im Intranet. Im nun folgenden Fenster (siehe Abbildung) wird durch einen Klick auf die Schaltfläche "CONVERA RetrievalWare 8.1" der Zugang zum Suchprogramm geöffnet.

Die Applikationen, die über die beiden Schaltflächen ("RetrievalWare public" und "RetrievalWare") genutzt werden können, sind Test-Applikationen mit Test-Daten und sollen einen ersten Eindruck der neuen Version des Suchprogrammes "Excalibur" vermitteln. Diese Testversion steht vorerst bis zum Ende dieses Jahres zur Verfügung. Informationen über Neuerungen werden ebenfalls auf dieser Seite bekannt gegeben.

Derzeit sind neben dem TRUPPENDIENST auch die Österreichische Militärische Zeitschrift (ÖMZ), Arbeiten des Stabslehrganges 2 sowie sonstige Studien und Publikationen des BMLV abrufbar.

Für Wünsche, Anregungen oder Fragen stehen vom Team der Zentraldokumentation folgende Ansprechpartner ObstdhmfD Ing. Mag. Klaus Mak (3. VE-Kennung: x5bc, Tel.: 01/5200 DW 40600; IFMIN 1280900) und ADir Hans Christian Pilles (3. VE-Kennung: xa3e, Tel.: 01/5200 DW 40650; IFMIN 1280931) zur Verfügung: -kl- ___________________________________ ___________________________________ Neue Heerestruppenschule in Eisenstadt

Die Heeresstruppenschule (HTS) wird das Zentrum des Bundesheeres für die Aus-, Fort- und Weiterbildung des Kaders der Kampf- und Kampfunterstützungswaffengattungen. Kommando und Grundlagenabteilung befinden sich in Eisenstadt. Die Institute der Waffengattungen Artillerie, Aufklärung und Panzertruppe werden in Zwölfaxing, die Institute Infanterie sowie Pioniere in Bruckneudorf und das Ausbildungszentrum für Gebirgskampf in Saalfelden disloziert sein.

166 neue Offiziere für das Bundesheer

Am 9. September 2006 wurden bei der Ausmusterung an der Theresianischen Militärakademie in Wiener Neustadt 166 junge Offiziere in das Österreichische Bundesheer übernommen. Zuvor hatten die 85 Berufs- und 81 Milizoffiziere vor Bundespräsident Dr. Heinz Fischer, Verteidigungsminister Günther Platter und Hunderten geladenenen Gästen, Familienangehörigen und Besuchern den Treueschwur auf die Republik Österreich geleistet.

CISM in Norwegen und Wr. Neustadt

Beim CISM (Conseil International du Sport Militair) WM Shooting in Norwegen errang der Österreicher Thomas Farnik in zwei Bewerben (Individual Match 300 m Standard Rifle und Military Rapid-Fire Rifle) jeweils den 2. Platz, und Stefan Raser schaffte den 2. Platz im Bewerb Team Match 300 m Military Rapid-Fire Rifle. In Wr. Neustadt erreichte der Österreicher Günter Kaiser beim Fünfkampf die Silbermedaille in der Herren-Einzelwertung (Gold für China und Bronze für Dänemark).

Eurofighter "Typhoon" beim JG 74

Das Jagdgeschwader 74 in Neuburg/Donau (Bayern) hat Ende Juli als erster Einsatzverband der deutschen Luftwaffe den Eurofighter "Typhoon" erhalten. Bereits ab Jänner 2008 will man mit dem neuen Flugzeug die QRA (Quick Reaction Alert) stellen. Die nötigen Umbauten auf dem Fliegerhorst kosteten rund 90 Mio. Euro. Das Jagdgeschwader 73 in Laage - ein Ausbildungsverband - betreibt den "Typhoon" seit April 2004 für die Pilotenausbildung.

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